Stand: 06.01.2016 12:30 Uhr  | Archiv

Essen Sie Ihren Tannenbaum!

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Tannennadeln haben ein herrliches Aroma und sind eigentlich zu schade zum Wegwerfen.

Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, ist eigentlich der Termin, an dem sich die meisten Leute von ihrem Weihnachtsbaum trennen. Die meisten werfen ihn einfach vor die Tür, auf dass er von der Müllabfuhr oder der Feuerwehr entsorgt wird. "Verschwendung", findet Sindy Grambow aus Heidelberg und deswegen isst sie ihren Weihnachtsbaum auf!

Bei der Biologin, die sich auch mit Wildpflanzen gut auskennt, wird Nachhaltigkeit groß geschrieben. Und so hat sie sogar ein ganzes Buch darüber verfasst, wie man die ausgediente Tanne nach dem Fest zu Sirup, Knöpfen oder Badezusätzen verarbeiten kann ("Schatz, ich habe den Weihnachtsbaum aufgegessen!"). Einige der Rezepte hat sie uns verraten.

Tannensirup als Brotaufstrich

Zupfen Sie vom oberen Teil des Weihnachtsbaums die Nadeln runter, legen Sie die in einen Topf mit Wasser, sodass die Nadeln gerade bedeckt sind und kochen Sie diese dann 20 Minuten. Fangen Sie das Wasser ohne die Nadeln auf und kochen Sie den Sud dann mit Gelierzucker im Verhältnis Eins zu Eins ein, also 200 ml Wasser mit 200 Gramm Zucker. Je länger Sie in einkochen, desto dicker wird der Sirup, so wie Sie es am liebsten mögen. Besonders geeignet sind übrigens Nordmanntannennadeln, die haben nämlich einen leicht zitronigen Geschmack.

Streuerlebnis: Tannensalz

Nehmen Sie eine Handvoll Nadeln, legen Sie diese auf Backpapier und rösten Sie sie im Backofen bei 180 Grad etwa 5 bis 10 Minuten. Die trockenen Nadeln dann zermahlen und das Pulver in folgendem Verhältnis mischen: 1 Teelöffel Tannenpulver, 1 Teelöffel Paprikapulver und 2 Teelöffel Salz. Eignet sich sehr gut für Wildbraten, Salzkartoffeln und Pommes.

Besonderes Highlight: der Tannenlikör

Nehmen Sie zwei Handvoll Tannennadeln und legen Sie in 700 Milliliter Obstschnaps ein. Das müssen Sie über zehn Wochen ziehen lassen. Dann setzen Sie eine Zuckerlösung an, kochen 125 Gramm Zucker mit 50 Milliliter Wasser auf und lassen den Sirup abkühlen. Danach schütten Sie ihn zu dem Alkohol und fertig ist der Tannenlikör. Vielleicht genau das richtige Ostergeschenk! Aber Vorsicht: Nehmen Sie auf keinen Fall Nadeln von der Eibe, die ist hochgiftig. Sonst hat der Beschenkte seinen letzten Schluck Likörchen getrunken.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 06.01.2017 | 14:45 Uhr

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