Möwen sitzen bei Sonnenuntergang in Dierhagen auf Buhnen. ©  picture alliance Foto: Fotostand / Voelker

Sommersonnenwende: Der längste Tag des Jahres

Stand: 21.06.2021 09:15 Uhr

Der 21. Juni ist kalendarischer Sommeranfang und der längste Tag des Jahres. Als Mittsommer feiert man die Sommersonnenwende vor allem in Skandinavien. Viele Mythen ranken sich um diesen Tag und die kürzeste Nacht.

Sommersonnenwende - was für viele einen romantisch-geheimnisvollen Klang hat, bedeutet zunächst lediglich, dass der längste Tag des Jahres und damit die maximale Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Untergang erreicht ist. In Deutschland fällt dieser Tag - wie auf der gesamten Nordhalbkugel - normalerweise auf den 21. Juni, in Schaltjahren auf den 20. Juni. Die Sonne steht dann so hoch über dem Horizont wie sonst nie im Jahr. Dabei gilt: je nördlicher der Ort, desto länger der Tag.

Längster Tag und kürzeste Nacht

In Hamburg beispielsweise liegen am 21. Juni zwischen Sonnenaufgang (4.50 Uhr) und Sonnenuntergang (21.53 Uhr) 17,05 Stunden. In München ist der 21. Juni ungefähr eine Stunde kürzer, die Sonne geht dort erst um 5.13 Uhr auf und um 21.18 Uhr unter. Je weiter man nach Süden kommt, desto kürzer ist der Tag. Nördlich des Polarkreises dagegen geht die Sonne in dieser Jahreszeit überhaupt nicht unter. In Nordeuropa spricht man daher auch von den "Weißen Nächten". Nach dem 21. Juni werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger - bis zum Tag der Wintersonnenwende am 21. Dezember.

Mittsommer und Johannisfest - Mythen und Bräuche

Kinder mit Blumenkränzen tanzen um eine geschmückte Stange zum Mittsoimmerfest.  Schweden um einen © picture-alliance / HB- Verlag Foto: Michael Riehle
Traditionell schmücken sich vor allem Kinder zum Mittsommerfest mit Blumenkränzen.

In Skandinavien zählt der Mittsommer zu den wichtigsten Feiertagen. Gefeiert wird das Wiedererwachen der Natur und die Fruchtbarkeit der Erde. Zahlreiche Bräuche ranken sich um die Mittsommernacht. In Schweden etwa sammeln die Menschen Blumen und binden daraus Kränze und schmücken damit sich und die traditionellen Mittsommerstangen, die den deutschen Maibäumen ähneln. Die Bräuche gehen bereits auf vorchristliche Zeit zurück. Traditionell gehören zu dem Fest Erdbeeren mit Sahne, gekochte Dillkartoffeln und Hering.

Als Johannisfest, das am 24. Juni gefeiert wird, haben Sonnenwendfeiern auch in Deutschland eine lange Tradition, große Feuer werden abgebrannt. Sie stehen vermutlich für das Leben und den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und das Böse.

Sommeranfang - für Meteorologen schon am 1. Juni

Astronomisch gesehen beginnt der Sommer am längsten Tag des Jahres, also am 21. Juni. Meteorologen rechnen aber anders, für sie beginnt der Sommer bereits am 1. Juni. So können sie ihre Daten, die pro Monat erhoben werden, einfacher auswerten. Daher unterscheiden sich der kalendarische (21. Juni) und der meteorologische Sommerbeginn.

Geneigte Erdachse sorgt für unterschiedliche Tageslängen

Ein Steg ragt einsam in einen See. © NDR Foto: Michael Ritter aus Lübz
Die Neigung der Erdachse beschert uns auf der Nordhalbkugel im Sommer lange Tage, im Winter dagegen lange Nächte.

Ein wenig Himmelskunde: Die Erde benötigt ein Jahr, um sich einmal um die Sonne zu bewegen. Würde sie dabei aufrecht stehen, also wie an einem Faden am Nordpol aufgehängt, gäbe es keine unterschiedlich langen Tage. Doch die Erdachse, eine gedachte Gerade durch Nord- und Südpol, ist um 23,5 Grad geneigt.

Auf der Bahn der Erde um die Sonne zeigt ein Halbjahr lang die nördliche und ein Halbjahr lang die südliche Halbkugel mehr zur Sonne. Zur Sommersonnenwende hat die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Punkt erreicht, ab dem sich die Nordhalbkugel wieder stärker von der Sonne abwendet und in Richtung Äquator wandert. In diesem Jahr geschieht das am 21. Juni um genau 5.31 Uhr.

Warum ist der längste Tag nicht auch der wärmste?

Auch wenn die Temperaturen von Jahr zu Jahr schwanken, liegen die wärmsten Tage des Jahres meist nicht um den 21. Juni, wenn die Sonne am höchsten steht, sondern im Juli oder August. Denn nicht nur der Sonnenstand bestimmt, wie warm es wird, sondern auch der Ort. So speichern die Ozeane und auch das Land viel Wärme, die sie über den Winter verloren haben und geben sie erst mit Verzögerung wieder ab. Zudem beeinflussen auch Meeresströmungen und die Großwetterlage die Temperaturen.

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Unser Sonnensystem. © fotolia Foto: Cigdem

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AUDIO: Mittsommer (2 Min)

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | 30.11.2020 | 15:06 Uhr

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