Stand: 05.08.2020 13:21 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Strände voll: Timmendorfer Strand will keine Tagesgäste

Zahlreiche Menschen liegen bei Sonnenschein am Timmendorfer Strand.  Foto: Daniel Reinhardt
In Timmendorfer Strand sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Strände und Parkplätze sind voll.

Die kommenden Tage sollen richtig heiß werden - mancherorts werden laut Wetterbericht am Wochenende sogar die 30 Grad geknackt. Für die Strände im Land bedeutet das Hochbetrieb. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Timmendorfer Strand (Kreis Ostholstein), Melanie Puschaddel-Freitag sagte NDR Schleswig-Holstein am Mittwochvormittag, dass keine Tagesgäste mehr aufgenommen werden können. Die Kapazitätsgrenzen auf Parkplätzen und am Strand seien erreicht. Damit die Corona-Sicherheitsabstände auch weiterhin eingehalten werden können, ruft die Gemeinde deshalb alle Tagestouristen auf, vorerst nicht mehr nach Timmendorf zu kommen. Man müsse alles tun, um einen möglichen zweiten Lockdown zu verhindern, so die stellvertretende Bürgermeisterin.

VIDEO: Corona: Sorge vor Touristen-Ansturm an der Küste (2 Min)

Ministerpräsident: Nicht nur immer an die gleichen Orte

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat am Mittwoch dazu aufgerufen, nicht nur die beliebtesten Badeorte an Nord- und Ostsee zu besuchen. "Nicht nur die Hotspots sind schön", sagte er. "Strömen Sie bitte nicht nur immer an die gleichen Orte." Auch das Binnenland im Norden sei schön. "Wir haben auf über 1.000 Kilometern schöne Strände und Platz für alle." Auch abseits der bekannten Badeorte an Nord- und Ostsee gebe es schöne Orte, um den Sommer im Land zu genießen, sagte Günther. Er richtete seinen Appell sowohl an die Schleswig-Holsteiner als auch an Besucher aus anderen Ländern.

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Daniel Günther (l, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, spricht neben Heiner Garg (FDP), Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Bundeslandes, während eines Presstermins zum Thema Corona-Schutzmaßnahmen. © dpa Foto: Frank Molter
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Günther-Appell: Nicht nur Tourismus-Hotspots besuchen

Ministerpräsident Günther hat große Sorge, dass am Wochenende die Abstände an Badeorten der Nord- und Ostsee nicht eingehalten werden können. "Strömen Sie bitte nicht nur immer an die gleichen Orte", sagt er. 2 Min

Strandampel und mehr Sicherheitskräfte

Laut Gemeinde sollen acht weitere Sicherheitskräfte eingestellt werden. Außerdem will sich Timmendorf an der digitalen Strandampel beteiligen. Die weist bisher nur die Strände von Scharbeutz bis Rettin aus und zeigt Besuchern an, wie voll die Strände sind und ob schon Strandabschnitte gesperrt wurden. Zusätzlich dazu sollen auch Bauzäune und Hinweisschilder in Timmendorfer Strand eingesetzt werden. Darauf und auf der Internetseite der Gemeinde sollen Tagesgäste aufgefordert werden, den Ort nicht mehr anzusteuern, wenn der Strand und die Parkplätze ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben. Wo genau die Banner stehen sollen, werde noch geprüft, sagte Nitz. Alle Maßnahmen sollen schon zum kommenden Sonnabend in Kraft treten. Das beschlossen Gemeinde, Polizei und Ordnungsamt.

Corona-Regeln kaum umsetzbar

Die Maßnahmen seien nötig, weil Timmendorfer Strand einen regelrechten Ansturm erwarte, so Kurdirektor Joachim Nitz. "Unsere Kapazität nimmt das einfach nicht auf. Das haben wir letztes Wochenende erlebt. Es sind alle Parkplätze belegt, die Infrastruktur ist dann irgendwann einfach wirklich überfordert. Das fängt bei Toiletten an, geht über Strand-Kioske und so weiter", erklärt Nitz. Die Corona-Regeln seien so kaum noch zu händeln, meint der Kurdirektor weiter.

Strände im Land bereiten sich vor

Auch die anderen Strände im Land bereiten sich auf das warme Wochenende vor. So sollen auch in Sierksdorf mehr Sicherheitskräfte unterwegs sein. Die Gemeinde Scharbeutz will im Laufe der Woche klären, wie überfüllte Strände vermieden werden können. Etwas entspannter sieht es dagegen auf Fehmarn aus. Laut Tourismusagentur kommen im Vergleich zu den Küstenorten entlang der Lübecker Bucht weniger Tagesgäste, außerdem verteilen sich die Touristen auf knapp 80 Kilometern Küstenlinie deutlich besser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.08.2020 | 12:00 Uhr

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