Stand: 26.07.2020 14:50 Uhr

SPO: So funktioniert das System zur Besucher-Lenkung

Eine Kamer überwacht den Sandstrand in St. Peter-Ording.
Mit Lasersensorik und Kameras werden ab August Besucherströme in St. Peter-Ording gemessen.

Eigentlich sollte es in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) mit dem zwölf Kilometer langen Sandstrand keine Probleme mit Abstandregelungen geben. Das Problem sind allerdings die Wege zum Strand. Dort kann es eng werden - vor allem bei gutem Wetter. Deshalb will die Tourismuszentrale die Besucherströme an touristischen Hotspots erfassen und lenken. Dafür haben Mitarbeiter einer Spezialfirma für Digitaltechnik aus Norderstedt (Kreis Segeberg) am Donnerstag die ersten Module installiert. Die Firma hat eine ähnliche Technik schon an Flughäfen und in Fußballstadien ausprobiert.

Lasersensor und Kameras als Messinstrumente

Am Strandübergang am Köhlbrand haben Techniker einen Durchgang aus Holzpfählen errichtet. Dort misst ein Lasersensor, wie viele Personen in einer bestimmten Zeit den Strandzuweg überqueren. "Wir haben einerseits Lasersensorik, um Personenströme zu messen. Und wir haben Kamerasensoren, um Personendichte zu messen", erklärt Marc Assmann. Anhand von Fotos wertet eine Software aus, wie viele Menschen gleichzeitig auf der Brücke sind. "Die Daten landen alle in einer Cloud, um dann von der Web-App in St. Peter-Ording abgerufen zu werden." In der App wird dann per Ampelsystem angezeigt, wo noch Platz ist.

VIDEO: Corona-Ampel zeigt Strandauslastung in St. Peter-Ording (3 Min)

Daten sollen nach kurzer Zeit wieder gelöscht werden

Der Datenschutz sei gewährleistet, so Assmann. Die Daten würden nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Außer der Tourismuszentrale habe niemand Zugriff auf die Bilder. "Die Technologie ist so, dass selbst wenn Kameras Bilder machen, die Bilder in Millisekunden vom System wieder gelöscht werden", erklärt Tourismus-Chefin Constanze Höfinghoff.

Orientierung für Besucher und Polizei

Die Tourismuszentrale will künftig mit der modernen Digitaltechnik einen besseren Überblick haben - zum Beispiel über die Menschenmassen an den Hauptstrandaufgängen, der Seebrücke und auf dem Marktplatz. "Wir wollen Orientierung geben - sowohl dem Besucher selber, der sich an bestimmten Plätzen aufhält", sagt Höfinghoff. Wenn es zu voll ist, soll er einen anderen Weg einschlagen. Außerdem sollen Ordnungsbehörden und Polizei sehen, wenn es irgendwo zu voll wird. "Da brauchen wir dann personelle Unterstützung oder den Bereich sperren wir jetzt mal, weil es dort zu voll wird", sagt Höfinghoff.

Land fördert das Projekt

Das Projekt zur digitalen Besucherlenkung kostet 150.000 Euro und wird vom Land gefördert. Es übernimmt 70 Prozent der Kosten. Mitte August soll die Technik komplett installiert sein und zum ersten Mal in Betrieb gehen.

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