Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit © dpa-Bildfunk Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Impfstoff Curevac mit geringer Wirksamkeit - Garg enttäuscht

Stand: 17.06.2021 11:07 Uhr

Die Wirksamkeit des Tübinger Corona-Impfstoffs liegt nach vorläufigen Daten nur bei 47 Prozent. In Schleswig-Holstein hatte die Regierung gehofft, diesen zusätzlichen Impfstoff einsetzen zu können.

"Bei einer Wirksamkeit von unter 50 Prozent ist natürlich klar, dass das nicht der Fall sein wird", sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Die Nachricht sei eine "Riesenenttäuschung", so der Minister. Es habe die Hoffnung bestanden, dass Curevac ein elementarer Baustein in der Impfkampagne hätte werden können.

Garg: Keine akuten Auswirkungen

Jetzt müsse geprüft werden, wie man mit den bisherigen Impfstoffen die Kampagne bis Ende des Jahres weiter gestalten könne, sagte Garg. Akute Auswirkungen seien zunächst nicht zu befürchten: Bisher war Curevac nicht eingeplant, sondern es gab immer die Hoffnung, dass der in Deutschland entwickelte Impfstoff additiv dazukommt. "Ein zusätzlicher mRNA-Impfstoff, das hätte der Impfkampagne insgesamt echt noch mal einen Schub versetzt." Geplant worden sei bisher zum Glück bundesweit ausschließlich mit den bisher zugelassenen Impfstoffen, betonte Garg.

Bundesgesundheitsministerium reagiert gelassen

Der Impfstoff des Tübinger Unternehmens war in der entscheidenden Zulassungsstudie gefloppt. Curevac selbst hatte mitgeteilt, die Studie dennoch bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortzusetzen, wobei sich die endgültige Wirksamkeit noch verändern könne. Das Bundesgesundheitsministerium reagierte am Donnerstag gelassen auf die bisherigen Studienergebnisse. "Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht", teilte das Ministerium in Berlin mit.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.06.2021 | 12:00 Uhr

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