Eine Impfdosis und eine Spritze © Colourbox Foto: Beneda Miroslav

Erleichterung über Zulassung des Corona-Impfstoffs in SH

Stand: 21.12.2020 17:39 Uhr

Viele Politiker in Schleswig-Holstein zeigen sich erleichtert über die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs in Europa.

von Constantin Gill

Die Meldung der Europäischen Arzneimittelbehörde war noch keine halbe Stunde alt, da riefen Schleswig-Holsteins Grüne schon zum Impfen auf: "Mit jeder Impfung schützen Sie sich selbst und andere. Impfungen behindern effektiv die Ausbreitung des Virus und sind Teil eines gemeinschaftlichen Weges aus der Pandemie", heißt es im Aufruf der Grünen. Deren Landeschef Steffen Regis nennt die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs "ein Licht am Ende des Krisentunnels" - und er bittet Menschen, die Zweifel oder Fragen haben, sich an fachkundige Ärztinnen und Ärzte zu wenden.

"Ganz, ganz viele sind froh"

Denn Skeptiker gibt es. Und Claudia Bozzaro, Medizinethikerin an der Kieler Uni, findet das verständlich. Denn der Impfstoff ist auch aus wissenschaftlicher Sicht sehr schnell zugelassen worden. Dennoch betont sie vor allem die Chancen der Impfung. "Der Impfstoff schützt in erster Linie ja einen selbst", sagt die Medizinethikerin. Es gehe eben nicht nur um einen Akt der Solidarität gegenüber den vulnerablen Gruppen. Claudia Bozzaro meint: "Ganz, ganz viele sind froh, wenn sie den Schutz bekommen dürfen."

 

 

Erste Impfungen am 27. Dezember geplant

Fest steht, dass zunächst nur bestimmte Gruppen geimpft werden sollen: ältere Menschen, die im Pflegeheim leben und Pflegekräfte. Diese Priorität zu setzen, findet Claudia Bozzaro gerecht. Wird der Impfstoff, wie geplant, an Weihnachten ausgeliefert, dann sollen in Schleswig-Holstein am 27. Dezember die ersten Impfungen beginnen.

Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) spricht angesichts der Entscheidung auf EU-Ebene von einem "großen Schritt zur Bewältigung der Pandemie". Und er betont weiter: "Wir alle können mit diesem und weiteren Impfstoffen die große Hoffnung auf ein Ende dieser dunklen Zeit verbinden. Jetzt kommt es darauf an, dass wir nicht nachlassen, sondern weiterhin auf alle nicht notwendigen persönlichen Begegnungen verzichten. Nur so schützen wir die Schwächsten am besten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.12.2020 | 17:00 Uhr

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