Ein Mitarbeiter der Johanniter nimmt einen Rachenabstrich von einer Frau. © picture alliance Foto: Moritz Frankenberg

Corona-Testhelfer in SH: 119 Interessenten in erster Woche

Stand: 02.02.2021 12:29 Uhr

Über eine Hotline haben sich fast 120 Menschen gemeldet, die beim Testen in Pflegeheimen helfen wollen. 200 Heime in SH hatten um Unterstützung gebeten. Die Suche läuft seit vergangener Woche und geht weiter.

von Daniel Kummetz und Christian Schepsmeier

Was seit wenigen Tagen Bundeswehrsoldaten tun, sollen bald Freiwillige übernehmen: Pflegeheime in der Corona-Krise unterstützen und vor allem Besucher testen. Denn viele Einrichtungen sind überfordert, schon die Tests des eigenen Personals bringen sie an die Belastungsgrenze. Die Suche nach Helfern läuft seit vergangener Woche bundesweit über die Service-Center der Bundesagentur für Arbeit. Interessenten können sich über die Hotline (0800 45 55 532, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) melden und auf einer Internetseite informieren. Allein in Schleswig-Holstein besteht nach Angaben des Gesundheitsministeriums Bedarf für Hilfe im Umfang von 167 Vollzeitstellen. Freiwillige können aber auch nur stundenweise helfen.

VIDEO: Schon fast 120 Freiwillige in SH wollen bei Corona-Tests helfen (1 Min)

Insgesamt 576 Interessenten in der ersten Woche

In der letzten Januar-Woche meldeten sich laut Bundesagentur für Arbeit bundesweit 576 Interessenten - Schleswig-Holstein ist mit seinen 119 Meldungen also stark vertreten. Das liegt allerdings auch daran, dass die Agentur nur für Regionen sucht, die Bedarf für solcher Helfer gemeldet haben. Die kommen nur aus neun Bundesländern. Für Berlin, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden auf diesem Weg noch keine Freiwilligen gesucht.

Einrichtungen sollen 20 Euro pro Stunde zahlen

Die Corona-Schnelltests bei den Mitarbeitern und Besuchern sind Pflicht, um die Einrichtungen besser vor Ausbrüchen zu schützen. Seit dem 11. Januar kommt in Schleswig-Holstein kein Besucher mehr ohne ein negatives Ergebnis in ein Pflegeheim. Seit Montag (1.2.) müssen die Heime anbieten, dass Besucher sich vor Ort testen lassen können. Wer dabei helfen will, muss nicht zwingend Erfahrung im medizinischen oder pflegerischen Bereich haben, sie sind aber laut Arbeitsagentur von Vorteil. Das DRK weist alle Helfer ein. Voraussetzung ist demnach gewissenhaftes Arbeiten, gute Kommunikationsfähigkeiten und ein gutes Einfühlungsvermögen. Interessenten müssen sich selbst regelmäßig testen lassen und so fit sein, dass sie in Schutzausrüstung arbeiten können. Am Ende entscheiden die Einrichtungen, wer bei ihnen arbeiten darf. Die Arbeitsagentur empfiehlt eine Bezahlung von 20 Euro pro Stunde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.02.2021 | 12:00 Uhr

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