Stand: 06.07.2020 18:46 Uhr

Corona: 250 Betrugsverdachtsfälle bei Soforthilfen

Mit ihren Corona-Soforthilfen wollten Bund und Länder Unternehmen und Selbstständigen in der Corona-Krise schnell und möglichst unbürokratisch unter die Arme greifen. Knapp 75.000 Unternehmen in Schleswig-Holstein haben einen Antrag eingereicht. Laut Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) haben mehr als 55.000 die Gelder von Bund und Land inzwischen auch bekommen. Doch es mehren sich auch die Betrugsverdachtsfälle. Die IB.SH spricht von rund 250. Es ginge unter anderen um Urkundenfälschung oder Geldwäsche.

Schadenssumme pro Fall zwischen 2.500 und 15.000 Euro

Die Bank habe Anträge von Firmen erhalten, die nicht existieren oder keine finanziellen Sorgen haben. Auch Unternehmen, die bereits 2019 finanzielle Schwierigkeiten hatten, hätten Soforthilfen beantragt. Es dürfen nur Firmen Unterstützung einfordern, die erst durch die Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind. Die zuständige Generalstaatsanwaltschaft geht von einer Schadenssumme zwischen 2.500 und 15.000 Euro pro Fall aus.

Betrügersperre bei neuen Soforthilfeprogrammen

Das Soforthilfeprogramm von Bund und Land ist inzwischen ausgelaufen und bei den folgenden Hilfs-Programmen wurde eine sogenannte Betrügersperre eingebaut. Bei den Überbrückungshilfen des Bundes und dem Härtefall-Fonds des Landes können nur Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer einen Antrag auf diese Gelder für die Firmen stellen.

Bundesprogramm stellt im Einzelfall 150.000 Euro bereit

Von diesen Hilfsprogrammen sollen Unternehmen profitieren, die noch immer deutliche Einnahmeverluste durch Corona haben, wie zum Beispiel Konzertveranstalter oder Schausteller. Das Bundesprogramm hält dafür im Einzelfall bis zu 150.000 Euro bereit. Auch deswegen gibt es nun die zusätzliche Hürde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.07.2020 | 17:00 Uhr

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