Ein Schild vor einem Arbeitsplatz weißt Arbeitnehmer darauf hin, dass sie einen Covid-Nachweis zeigen müssen. © picture alliance / CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

3G-Regel: Kontrollen in Bus, Bahn und am Arbeitsplatz

Stand: 25.11.2021 11:58 Uhr

Am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Mittwoch (24.11.) die 3G-Regel. Nur noch Menschen, die gegen das Corona-Virus geimpft, davon genesen oder negativ getestet wurden, haben Zugang zu Büro und Werkstatt sowie in Bus und Bahn.

Ob Angestellte, Beamte oder Soldaten: Die 3G-Regel am Arbeitsplatz gilt für alle Beschäftigten - und zwar im Bürogebäude, in der Werkhalle und auch an Orten im Freien, wenn sie auf einem Betriebsgelände liegen. Alle Arbeitgeber müssen kontrollieren, ob die 3G-Regel eingehalten wird.

Unternehmen setzen die neue Regelung ganz unterschiedlich um: Einige haben NDR Schleswig-Holstein berichtet, dass sie sich mit Tests eingedeckt haben, um selbst vor Ort zu testen. Das dürfen sogenannte "Corona-Beauftragte", die vorher ein Seminar gemacht haben. Andere verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie einen aktuellen Testnachweis von einem Testzentrum oder einer Apotheke mitbringen.

3G am Arbeitsplatz im Überblick

Wie wird der Nachweis erbracht und kontrolliert?

Arbeitgeber und Beschäftigte müssen bei Betreten der Arbeitsstätte einen Impf- oder Genesenennachweis oder eine aktuelle Bescheinigung über einen negativen Coronatest mitführen. Arbeitgeber müssen kontrollieren, ob die Beschäftigten dieser Verpflichtung nachkommen und diese Kontrollen auch zwingend dokumentieren. Für Ungeimpfte ist eine tägliche Überprüfung ihres negativen Teststatus Voraussetzung für den Zugang zur Arbeitsstätte.

Baubranche rechnet mit Problemen

Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass die 3G-Regel in allen Branchen gleich gut umgesetzt werden kann. Besonders in der Baubranche könnte es Probleme geben. Die Telefone stehen kaum noch still, es gibt viele Anfragen von verunsicherten Bauunternehmen, berichtet der Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes, Georg Schareck. Problematisch sei die Regelung etwa für Handwerker, die am Tag auf verschiedenen Baustellen eingesetzt werden.

Er sagte, einige Firmen könnten nicht genug Tests kaufen, weil es keine mehr auf dem Markt gab. Andere fragen sich, wie sie mit Mitarbeitern umgehen sollen, die sich partout nicht testen lassen wollen. Denn Scharek sagt, die größte Sorge der Baubranche ist, dass durch die 3G-Regel weitere Fachkräfte abwandern könnten.

Schon vor dem Beschluss vorbereitet

Weniger Probleme gibt es offenbar dort, wo Menschen immer an demselben Arbeitsplatz arbeiten - etwa bei der Stadtverwaltung Kiel, der Raffinerie Heide oder auch der Possehl-Stiftung in Lübeck. Teilweise haben sich die großen Unternehmen bereits auf 3G vorbereitet, als es noch keinen Beschluss dazu aus der Politik gab.

Kontrollen in Bus und Bahn

Auch im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Mittwoch die 3G-Regel. Nur Menschen, die gegen das Corona-Virus geimpft, davon genesen oder negativ darauf getestet wurde, haben Zugang. Und es wird Kontrollen beim Bus- und Bahnfahren geben. Wer nicht nachweisen kann, dass er geimpft, genesen oder getestet ist, darf nicht mitfahren. Schnelltests dürfen maximal 24 Stunden alt sein.

Die Unternehmen haben stichprobenartige Überprüfungen angekündigt. Ausnahmen von der 3G-Regel gibt es nur für Kinder unter sechs Jahren sowie für Schülerinnen und Schüler. Bei ihnen geht man davon aus, dass sie sich regelmäßig vor dem Unterricht testen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.11.2021 | 06:00 Uhr

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