Stand: 31.05.2013 17:26 Uhr

Zensus: Auf und Ab bei Kommunen und Kreisen

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Beim Zensus 2011 ist etwa jeder zehnte Bürger befragt worden.

Die Volkszählung 2011 hat bei Städten, Gemeinden und Kreisen in Schleswig-Holstein zum Teil erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht. Die Einwohnerzahlen müssen sowohl nach oben als auch nach unten korrigiert werden, in einigen Fällen deutlich. Insgesamt leben laut Zensus 2011 gut 2,8 Millionen Menschen im Norden. Das sind etwa 250.000 mehr als bei der vergangenen Volkszählung 1987 - allerdings auch 33.000 weniger, als aufgrund der bisherigen Schätzung erwartet worden war.

Wechselhaftes Bild im Land

Vor allem die kreisfreien Städte scheinen zu den Verlierern zu gehören: Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster haben allesamt weniger Einwohner als geschätzt. Den prozentual größten Verlust bei den Städten insgesamt verbuchte Plön mit 32,3 Prozent. Bei den Kreisen gehören die Verwaltungsbereiche im Hamburger Umland zu den Gewinnern: Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg haben mehr Bürger als angenommen. Segeberg verzeichnet sogar ein Plus von 23 Prozent. In allen anderen Kreise müssen die Zahlen nach unten korrigiert werden.

Kommunen befürchten finanzielle Einbußen

Kommunen mit jetzt geringeren Einwohnerzahlen erwarten erhebliche Einbußen bei der Landesförderung. Beispiel Flensburg: Die Stadt hat laut Zensus etwa 6.500 Bürger weniger als die bislang geschätzten gut 89.000. Damit könnten der Stadt nach Angaben eines Stadtsprechers jährlich rund 6,5 Millionen Euro verloren gehen. Der Grund: Die Verwaltung rechnet pro 1.000 Bürger mit jährlichen Einnahmen von einer Million Euro - beispielsweise durch den kommunalen Finanzausgleich, der sich nach den Einwohnerzahlen berechnet.

Das Land beruhigt: Welche Auswirkungen die neuen Einwohnerzahlen auf die Zuwendungen für die Kommunen haben werden, lasse sich noch nicht sagen. Ein Sprecher des Innenministeriums betonte, für die Kommunen im Land ändere sich im laufenden Jahr nichts. 2014 sei mit einer Übergangsregelung zu rechnen. Die soll in Gesprächen mit den kommunalen Verbänden gefunden werde. Ob die angestrebte Reform des kommunalen Finanzausgleichs 2015 die neuen Daten bereits berücksichtige, sei noch unklar.

Albig: "Ein attraktives Land mit Zukunft"

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zeigte sich erfreut über die seit 1987 stark gestiegenen Einwohnerzahlen. "Sie zeigen, dass Schleswig-Holstein ein attraktives Land mit Zukunft ist." Mit den neuen Daten könne die Politik noch passgenauer für die Menschen gestaltet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 31.05.2013 | 17:00 Uhr

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