Stand: 24.10.2019 18:16 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Wintershall Dea will neue Erdöl-Bohrung im Wattenmeer

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Die Bohr- und Förderinsel "Mittelplate" liegt in der Nordsee vor der Küste Dithmarschens.

Das Gas- und Ölunternehmen Wintershall Dea sorgt mit neuen Bohrplänen im Wattenmeer für Diskussionen. Das Unternehmen betreibt die Ölplattform "Mittelplate" - und will mit einer sogenannten Horizontalbohrung ein Erdölfeld in mehr als 2.000 Metern Tiefe erreichen. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) ist gegen die Pläne, die Erdöl-Bohrungen im Wattenmeer zu erweitern. Das sagte Albrecht im Umweltausschuss des Landtages.

Das Unternehmen bohrt seit 32 Jahren vor der Dithmarscher Nordsee-Küste nach Erdöl. Bis 2041 läuft dafür noch die Genehmigung. Das Ölfeld liegt am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Karte: Die Lage der Bohrinsel Mittelplate

Zielbereich ragt übers Genehmigungsgebiet hinaus

Mit der neuen Bohrung gehe es Wintershall Dea darum, auch den letzten Zipfel der Lagerstätte zu erreichen, sagte ein Unternehmenssprecher. Der angestrebte Bereich geht nach Angaben des Sprechers allerdings "leicht über das Genehmigungsgebiet hinaus". Minister Albrecht kündigte an, sich eng mit dem Bergamt austauschen zu wollen. Er sehe den Antrag als unvereinbar mit dem Nationalparkgesetz an, das weitere Bohrungen verbiete.

Der Sprecher von Wintershall sagte hingegen, das Nationalparkgesetz sei aus seiner Sicht nicht berührt, weil die Bohrung in mehr als 2.000 Metern Tiefe stattfinde und die Oberfläche nicht berührt werde. Seit 32 Jahren sei von der Mittelplate kein Tropfen Öl ins Wattenmeer gelangt.

Das Wattenmeer

Wie geht das? -

Durch seine Einzigartigkeit wurde das Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe. Der Film begleitet Wattexperten, Wattführer und Prickensetzer in diesem faszinierenden Lebensraum.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.10.2019 | 12:00 Uhr

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