Stand: 22.02.2019 13:18 Uhr

Wieder Steinwurf? Beamte suchen an A215 bei Kiel

Haben schon wieder Unbekannte Gegenstände von einer Autobahnbrücke geworfen? Die Polizei ist in Sorge. Sie vermutet einen solchen Vorfall am vergangenen Sonntagvormittag, den 17. Februar, und zwar auf der A215 in Höhe des Autobahnkreuzes Kiel-Mitte. Die Gegenstände fielen von einer Brücke und landeten offenbar auf einem fahrenden Auto. Verletzt wurde niemand. Rund 20 Beamte haben am Freitag nach Spuren gesucht und nach Angaben eines Polizeisprechers verdächtige Gegenstände sichergestellt. Dafür wurde die A215 in Richtung Neumünster für mehrere Stunden einspurig gesperrt. Es kam zu Staus. Über die Art der Gegenstände wurde aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht.

Schäden auf dem Dach

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Rund 20 Beamte suchen auf der A215 bei Kiel nach verdächtigen Gegenständen.

Ein 52 Jahre alter Autofahrer war nach Polizeiangaben am Sonntag um 11.30 Uhr mit seiner Beifahrerin auf der A215 unterwegs, als er einen Einschlag auf seinem Dach hörte. Er stoppte sofort auf dem Standstreifen, stieg aus und stellte einen Schaden auf seinem Dach fest. Ein weiterer Autofahrer hielt an und berichtete dem 52-Jährigen, dass er einen Gegenstand gesehen habe, der von der Brücke geflogen und auf dem Dach gelandet sei. Personen habe er aber nicht gesehen.

Umfangreiche Spurensuche

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Auf der Suche nach verdächtigen Gegenständen pumpten Einsatzkräfte auch einen Graben aus.

Bei der Spurensuche am Freitag waren neben den Ermittlern auch Spurensicherungskräfte dabei. Sie wurden unterstützt von Such- und Absperrkräften, der Autobahnmeisterei und der Feuerwehr. Ein Graben, der sich an der Autobahn befindet, wurde für die Suche ebenfalls abgepumpt. "Die verdächtigen Gegenstände gehen jetzt in die Kriminaltechnik", sagte Kiels Polizeisprecher Matthias Felsch. "Dort wird geguckt, ob sie überhaupt als Tatmittel in Betracht kommen." Es geht um Fingerabdrücke und DNA-Spuren, aber auch um mögliche Lackspuren von den getroffenen Autos.

Wer hat etwas beobachtet?

Die Kriminalpolizei der Bezirkskriminalinspektion Kiel ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kiel. Die Staatsanwaltschaft bewertet die Tat als versuchten Mord in Verbindung mit einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer (0431) 160 33 33 in Verbindung zu setzen.

Karte: Hier könnten Gegenstände auf die A215 geworfen worden sein

Nicht der erste Vorfall

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Kieler Polizei mit Steinwürfen beschäftigt. Erst Mitte Februar soll es einen ähnlichen Vorfall auf der B502 in Kiel gegeben haben. Auch hier wurde zum Glück niemand verletzt. Beamte hatten daraufhin ebenfalls einen verdächtigen Gegenstand gefunden, der zurzeit kriminaltechnisch untersucht wird. Auch auf der A7 und der B200 in Flensburg und Umgebung gab es Steinewerfer. Zwei junge Männer wurden wegen versuchten Mordes zu Jugendstrafen von jeweils sechs Jahren verurteilt.

Weitere Informationen

A7-Steinewerfer müssen mehrere Jahre ins Gefängnis

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.02.2019 | 12:00 Uhr

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