Stand: 21.08.2019 16:16 Uhr

Senvions Zukunft: Wirtschaftsausschuss schweigt

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Der Windanlagenbauer Senvion ist insolvent - es geht um rund 800 Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein.

Rund 800 Menschen in Schleswig-Holstein arbeiten beim insolventen Windanlagenbauer Senvion. Doch wird das auch in Zukunft so sein? Das entscheidet sich in den kommenden Tagen. Am Mittwoch hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) die Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses im Landtag über die angespannte Situation des Unternehmens informiert. Etwa eine Stunde saßen sie hinter verschlossenen Türen zusammen und berieten sich. Über die Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein sind noch mehrere potenzielle Investoren an Teilen von Senvion interessiert. Demnach haben sie noch bis Freitag Zeit, Angebote abzugeben. Den Recherchen zufolge ist es jedoch unwahrscheinlich, dass Senvion als Ganzes erhalten bleibt.

Interesse an Service-Einheit von Senvion

Besonderes Interesse haben die möglichen Käufer nach Recherchen von NDR Schleswig-Holstein an der Service-Einheit von Senvion - also an den Mitarbeitern, die die Windanlagen warten. Das könnte Hoffnungen für einen Teil der Beschäftigten am Standort Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) wecken. Außerdem arbeiten noch Senvion-Beschäftigte in Osterrönfeld, ein paar Kilometer weiter. Das Interesse an diesem zweiten Standort, wo die Anlagen entwickelt werden, scheint dagegen nicht so stark zu sein.

Übrige Mitarbeiter sollen vermittelt werden

Nach NDR Recherchen kann sich ein Teil der Investoren vorstellen, etwa die Hälfte der rund 800 Beschäftigten zu übernehmen. Wie es für die anderen Angestellten weitergeht, wäre in diesem Fall nach wie vor nicht abschließend geklärt. Gewerkschaftsvertreter pochen darauf, dass die betroffenen Beschäftigten in eine Transfergesellschaft wechseln. Dort könnten sie weiter qualifiziert und anschließend an andere Unternehmen vermittelt werden. Das Problem: Die Transfergesellschaft steht noch nicht.

Scheitern die Gespräche, müssen die Senvion-Beschäftigen damit rechnen, Ende des Monats freigestellt zu werden und sich arbeitslos melden zu müssen. In einer Woche sollen sie über den Ausgang der Gespräche mit den potenziellen Investoren informiert werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.08.2019 | 17:00 Uhr

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