Stand: 14.09.2020 13:04 Uhr

Schweinepest: Hundestaffel aus SH hilft in Brandenburg

Seit vergangener Woche ist klar: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen am Donnerstag vergangener Woche bestätigt. Jetzt geht es darum, zu vermeiden, dass sich die Pest weiter ausbreitet. Um das zu verhindern, soll eine Hundestaffel aus Schleswig-Holstein in Brandenburg helfen, tote Wildschweine zu finden, die an ASP gestorben sind. Für die Kadaver-Spürhunde aus Bad Segeberg und dem Kreis Herzogtum Lauenburg startet in der kommenden Woche ihr erster Einsatz.

Ein Wildschwein läuft durch ein Waldgebiet.  Foto: Dominik Dührsen
AUDIO: Mit der Hundestaffel gegen die Schweinepest (1 Min)

Tote Schweine aufspüren, um Pest einzudämmen

Hundeführerin Stefanie Hausser wird bei dem Einsatz dabei sein. Das Problem: Ein verstorbenes Wildschwein ist laut der Segebergerin kaum zu finden: "Die Tiere verkriechen sich, weil es ihnen nicht gut geht und verenden dann irgendwo im Dickicht und in Feldern." Dennoch sei es sehr wichtig, jedes tote infizierte Schwein aufzuspüren, um die Pest so gut es geht einzudämmen, so Hausser. "Sie müssen möglichst schnell entsorgt werden, weil sich das Virus über einen ganz langen Zeitraum im Erdreich hält", erklärt die Hundeführerin. Und da, wo menschliche Augen versagen, können Hundenasen helfen.

Nur Spürhunde aus SH und dem Saarland können ASP riechen

Erst am Samstag absolvierten die Hunde aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg ihre Prüfung als Kadaver-Spürhunde. Bereits in der kommenden Woche soll der erste Einsatz in Brandenburg starten. Neben der Staffel aus Schleswig-Holstein gibt es noch eine weitere im Saarland - nach Angaben von Hundeführerin Hausser sonst nirgends. "Bislang wurde die Gefahr noch nicht so gesehen - nach dem Motto: Das ist ja noch weit genug weg, und wir finden die Schweine auch so", sagt Hausser. Auch Wärmebildkameras bei der Suche nach Sauen seien nicht so verlässlich wie die Nasen der Hunde, da die Kadaver bald nach dem Tod ihre Körperwärme verlieren würden. Für Hausser ist der Einsatz in Brandenburg eine Ehre, da die Ausbildung zu Anfang belächelt worden sei, erzählt sie. "Wir waren im vergangenen Jahr von April bis September jeden Freitag, Samstag, Sonntag im Training - und jetzt lacht keiner mehr."

Große Gefahr für Schweinebetriebe

Ein Bundesland gilt erst dann als ASP-frei, wenn ein halbes Jahr lang kein erkranktes Tier mehr gefunden wurde. Die Afrikanische Schweinepest gilt als große Gefahr für Schlachtbetriebe, da sich die Hausschweine leicht mit der Krankheit anstecken können.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.09.2020 | 12:00 Uhr

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