Eine deutsche Ruderbootmanschaft während des SH Netzcup in Rendsburg.  Foto: Anna-Lena Storm

SH Netz Cup: Rudern und Musik in Rendsburg

Stand: 18.10.2020 17:19 Uhr

Im Kreishafen von Rendsburg stand beim SH Netz Cup am Wochenende der Rudersport im Mittelpunkt. Das härteste Ruder-Rennen der Welt gewann der Deutschland-Achter. Es gab auch viel Musik.

Der Höhepunkt der Ruder-Wettkämpfe beim SH Netz Cup ist traditionsgemäß das härteste Ruder-Rennen der Welt, ein Ruder-Marathon über 12,7 Kilometer Länge. Der Deutschland-Achter setzte sich dabei am Sonntag mit einer Zeit von 37:10 souverän vor dem polnischen Achter und dem deutschen U23-Achter durch. Damit verbuchte das favorisierte deutsche Paradeboot seinen insgesamt 15. Sieg bei der 20. Auflage der Veranstaltung. Zum Vergleich: In der Regel legen die Teams bei Ruder-Wettkämpfen Strecken von zwei Kilometern zurück. Die Boote aus den Niederlanden, den USA und Großbritannien gingen aufgrund der Corona-Pandemie dieses Mal nicht an den Start.

Deutschland-Achter dominiert vom Start weg

Der Deutschland-Achter startete mit hoher Schlagfrequenz und setzte sich schon nach zwei Kilometern ein gutes Stück von der Konkurrenz ab. "Wir wollten in diesem Jahr auf jeden Fall eine Kollision mit einem anderen Boot vermeiden", erklärte Schlagmann Hannes Ocik das hohe Tempo im Interview mit NDR Schleswig-Holstein. "Wir wussten, dass wir uns mit unserer hohen Grundgeschwindigkeit schnell vom Feld distanzieren können. Das haben wir gut umgesetzt." Erst am vergangenen Wochenende hatte der Deutschland-Achter in Polen die Europameisterschaft gewonnen.

Zuschauer auf dem Fahrrad am NOK

Wegen der Corona-Pandemie waren im Ziel unter der Rendsburger Eisenbahnbrücke deutlich weniger Zuschauer als sonst. Einige Ruder-Fans ließen es sich aber nicht nehmen, die Athleten mit dem Fahrrad am Wasser zu begleiten. "Das hätten wir nicht gedacht, die Stimmung war super", freute sich der Hamburger Ruderer Torben Johannesen. "Das hat unfassbar gepusht", bestätigte Hannes Ocik.

Beim SH Netz Cup dreht sich alles ums Rudern

Das gesamte Wochenende in Rendsburg stand im Zeichen des Ruderns. Am Sonnabend präsentierte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eine Show, in der sie Wasserrettungsszenen inszenierte - als Ersatz für die beiden wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen ausgefallenen Cups, den Ergo Atemschutz-Cup und den 50-er Feuerdrachen Cup. Anstelle des regulären Drachenbootcups traten die DLRG, die Bundeswehr und die Troubleshooter rudernd gegeneinander an.

Hermes House Band und Glasperlenspiel sorgen für gute Laune

Ein vielseitiges Bühnenprogramm rundete das Ruder-Event ab. Am Sonnabend stand die Hermes House Band auf der NDR Bühne und sorgte für gute Laune beim Publikum. Die Band hinterließ mit Klassikern wie "I Will Survive" oder "Que Sera Sera" mit Sicherheit den einen oder anderen Ohrwurm. Am Freitagabend begeisterte die Band Glasperlenspiel die Zuschauer. Beide Konzerte fanden wegen Corona unter strengen Hygienebestimmungen statt und waren als Sitzkonzerte ausgelegt. Die Stühle waren so angeordnet, dass jeweils zwei Besucher nebeneinander sitzen konnten.

Konzerte in Corona-Zeiten keine Selbstverständlichkeit

Das Publikum ließ sich davon aber nicht die Laune verderben. Sängerin Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel betonte vor ihrem Auftritt, dass sie und ihre Band dankbar seien, auf der Bühne stehen zu dürfen und Open Air zu spielen. Zusammenhalt, aufeinander aufpassen, Liebe schenken, freundlich sein - das sind laut der Sängerin derzeit die Dinge, die am wichtigsten sind. "Bleibt gesund", sagte die Sängerin zum Abschluss des Konzerts.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.10.2020 | 16:00 Uhr

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