Weiße Hennen stehen in einer Geflügelzucht beieinander. © Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

SH: Geflügel muss wegen Vogelgrippe landesweit in den Stall

Stand: 10.11.2020 13:55 Uhr

Im ganzen Land gibt es immer mehr Fälle von Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt. Deswegen hat das Land jetzt angekündigt, dass es eine landesweite Stallpflicht für Geflügel geben wird.

Hühner, Puten und Gänse aus Nutztierhaltungen müssen in ganz Schleswig-Holstein künftig im Stall bleiben. Das Landwirtschaftsministerium hat am Dienstag in Kiel eine landesweite Stallpflicht erlassen, die erste in einem Bundesland in diesem Herbst. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hofft, dass so verhindert werden kann, dass die Vogelgrippe bei weiteren Geflügelbetrieben auftritt: "Wir haben eine Dynamik in der Ausbreitung der Geflügelpest. Über das Wochenende ist die Zahl der Totfunde und der bestätigten Fälle noch einmal deutlich angestiegen. Deswegen haben wir uns entschieden, die Aufstallung anzuordnen." Spätestens zum Ende der Woche soll die Stallpflicht umgesetzt werden, die Kreise und kreisfreien Städte sollen zeitnah entsprechende Verfügungen veröffentlichen. Im Kreis Segeberg gilt die Stallpflicht bereits seit Dienstag (10.11.).

Viele Kreise in SH betroffen

Die Eier der betroffenen Freilandhühner dürfen nach Angaben aus dem Ministerium 16 Wochen lang weiter als Freilandeier vermarktet werden. Das Fleisch der gekeulten Tiere aus den beiden betroffenen Nutztierhaltungen wird vernichtet und kommt nicht in den Verkauf. Bis Montag hatte die Geflügelpest in Schleswig-Holstein fünf Kreise erreicht: Nordfriesland, Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde, Steinburg und zuletzt Segeberg. Laut Albrecht sind inzwischen weitere dazu gekommen. Am 5. November war in diesem Herbst erstmals eine Nutztierhaltung im Norden betroffen - eine Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland.

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Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Zuletzt hatte es einen Ausbruch in einer Hausgeflügelhaltung in Schleswig-Holstein im März 2018 gegeben. Die Geflügelpest-Epidemie von November 2016 bis Frühjahr 2017 war die schlimmste Tierseuchenwelle dieser Art in Deutschland seit Jahrzehnten. Mehr als 900.000 Tiere mussten bundesweit gekeult werden, allein in Schleswig-Holstein etwa 65.000.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.11.2020 | 14:00 Uhr

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