Stand: 25.02.2019 13:56 Uhr

Rocker-Affäre: LKA-Führungskräfte sagen aus

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Zwei leitende LKA-Beamte sagen vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags aus.

Wie gelangte ein internes Polizeidokument in das Auto eines beschuldigten Rockers? Das ist eine der Fragen, um die es am Montag im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) des schleswig-holsteinischen Landtages zur sogenannten Rocker-Affäre ging. Die Abgeordneten hören dazu unter anderem den Ermittler, der das Dokument ausgedruckt hatte. Ermittler fanden das achtseitige Papier bei der Durchsuchung des Autos eines Tatverdächtigen im Nachgang des Vorfalls.

LKA-Beamter: "Ich kann nicht spekulieren"

Thorsten W., dessen Namen auf dem Deckenblatt des internen Aktenauszuges steht, kann sich nach eigener Aussage nicht so richtig erklären, wie das Papier in das Auto gelangte. "Ich kann an der Stelle nicht spekulieren", sagte der 52-Jährige in Kiel. Er selbst habe den Auszug im Zuge von Ermittlungen zu einer Rocker-Auseinandersetzung vor dem Kieler Amtsgericht 2008 erstellt, ihn später in der Seitentasche der Akte aufbewahrt. Thorsten W. hält es aber für möglich, dass der Rocker es im Zuge der Akteneinsicht in einem früheren Strafverfahren bekommen haben könnte. Aus Sicht der Abgeordneten sei das aber eher unwahrscheinlich.

Leck bei der Polizei?

An Gespräche über ein mögliches Leck in der Sonderkommission erinnere er sich nicht. Dagegen hatte ein anderer Polizist gesagt, er habe den Durchsuchungsleiter auf den brisanten Fund angesprochen, es habe jedoch kein Interesse daran gegeben. "Nichts ist schlimmer, als wenn man in den eigenen Reihen ein Leck hat", hatte der Ermittler Ende Januar ausgesagt.

Probleme bei Ermittlungen im Rockermilieu

Die Abgeordneten in dem Untersuchungsausschuss wollen mögliche Missstände in der Polizei im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Rockerkriminalität in früheren Jahren aufklären. Es geht um Vorwürfe der Aktenmanipulation, der Unterdrückung von Beweismitteln, Druck "von oben" und Mobbing. Ausgangspunkt war die polizeiliche Aufarbeitung des Subway-Verfahrens. Zwei Ermittler in dem Fall hatten bei einer vorherigen Sitzung im Untersuchungsausschuss von einem Vermerk, mangelnder Führung und Merkwürdigkeiten berichtet.

Führungskraft fand Razzia nicht ungewöhnlich

Im Ausschuss ging es auch um die Hausdurchsuchung beim Präsidenten der "Banditos" nach einer blutigen Auseinandersetzung verfeindeter Rocker-Gruppen im Schnellrestaurant Subway in Neumünster 2010. Zwei Ermittler hatten bei den vorigen Sitzungen unter anderem bemängelt, dass die Durchsuchung zu schnell ging und keine Fotos davon existieren. Der Zeuge Thorsten W., der die Untersuchung leitete, sagte, er habe nichts Ungewöhnliches bemerkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2019 | 12:00 Uhr

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