Stand: 07.02.2020 19:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Kriselnde Nobiskrug-Werft - Betrieb geht weiter

von Christian Wolf

Seit Wochen warten die Mitarbeiter der Rendsburger Nobiskrug-Werft auf ihr Weihnachtsgeld. Auch sollen viele Zulieferer seit längerem keine benötigten Teile mehr angeliefert haben. Aus diesem Grund hat es viele Spekulationen um die Zukunft des Unternehmens gegeben. Die hat die Geschäftsführung am Freitagnachmittag aus der Welt geschafft. In einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung wurde die Belegschaft über die Pläne für den Standort informiert. Die fallen positiv aus. Denn die rund 500 Mitarbeiter warten nach wie vor auf ihr Weihnachtsgeld. Und das wird kommen und es soll in den Standort investiert werden. Nur um wieviel Geld es geht, ist nicht bekannt.

Bisher keine genauen Zahlen

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Die Mitarbeiter der Nobiskrug-Werft warten auf ihr Weihnachtsgeld.

Wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. So hat die Geschäftsführung den Mitarbeitern nicht gesagt, wann sie ihr Weihnachtsgeld bekommen und wie hoch die Summe sein wird, die in das Werftgelände fließen soll. "Entscheidend ist jetzt die finanzielle Bereitstellung liquider Mittel. Das wurde uns so offengelegt, dass die erfolgt. Da gibt es auch keine zwei Meinungen", so Martin Bitter von der IG Metall Küste. Denn die Investitionen seien notwendig erklärt der Gewerkschaftler: " Damit geräuschlos weitergearbeitet werden kann.“

Kaum Auskunft von der Werft

Nobiskrug selbst hält sich bislang mit Aussagen zurück. In einer kurzen Mitteilung hat das Unternehmen mitgeteilt: "Wir wissen es zu schätzen, dass unsere strategischen Partner in dieser Zeit an unserer Seite standen." Der Erfolg und die Zukunft der Werft hänge von den Mitarbeitern, ihrem Engagement und ihrer Loyalität ab, heißt es weiter. Seit eineinhalb Jahren befindet sich Nobiskrug in einem Umbruch. Der damalige Geschäftsführer hatte angekündigt, dass am Nord-Ostsee-Kanal nur noch Jachten gebaut werden. Bei aktuellen Projekten gibt es allerdings deutliche Verzögerungen, wiebeispielsweise bei der sogenannten Glas-Jacht. Die Kiellegung war im März 2017, sie sollte 2019 ausgeliefert werden, was aber noch nicht passsiert ist. Dadurch drohen womöglich hohe Strafzahlungen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 07.02.2020 | 17:00 Uhr

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