Stand: 26.08.2020 10:19 Uhr

Corona-Quarantäne: Behörden kontrollieren Reiserückkehrer

Reisende mit Rollkoffern an einem Flughafen. (Sybolbild) © Colourbox
Der Kreis Rendsburg-Eckernförde will verstärkt mit Polizeibegleitung Reiserückkehrer aus Corona- Risikogebieten überprüfen. (Themenbild)

Die Behörden verschärfen die Kontrollen von Reiserückkehrern aus Corona-Risikogebieten. Nach Angaben des Kreises Rendsburg-Eckernförde haben sich rund die Hälfte der Rückkehrer nicht wie in der Landesverordnung vorgeschrieben beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Deshalb schickt der Kreis seit Dienstag Mitarbeiter los, die unter Polizeibegleitung das Einhalten der Quarantäne überprüfen. Demnach haben am ersten Tag drei Haushalte Besuch bekommen - allerdings vergeblich.

RD-ECK: Neun Reiserückkehrer bei Verstoß erwischt

Bei insgesamt neun Personen, die in Risikogebieten waren, seien Verstöße gegen die Meldepflicht oder sogar das Nichteinhalten der häuslichen Quarantäne festgestellt worden. Verstöße gegen die Meldepflicht können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 2.000 Euro geahndet werden. Wer die Quarantäne nicht einhält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen.

VIDEO: Corona: Gesundheitsamt fehlen Meldungen von Rückkehrern (2 Min)

Durch Aussteigekarten identifiziert

Die von den Kontrollen betroffenen Haushalte identifizieren die Mitarbeiter des Kreises durch Aussteigekarten, die Reisende seit dem 7. August bei der Einreise nach Deutschland ausfüllen müssen. Diese Formulare enthalten Kontaktdaten und Angaben zum Gesundheitszustand. Vergangene Woche hätten sich 32 von etwa 70 Reiserückkehrern, die Aussteigekarten ausgefüllt hatten, nicht beim örtlichen Gesundheitsamt gemeldet. In den ersten beiden Tagen dieser Woche hätten dies 15 von 30 Reiserückkehrern versäumt. Überwiegend handle es sich um Rückkehrer aus der Türkei und aus Spanien.

Weitere Kreise wollen Kontrollen verschärfen

Auch andere Kreise berichten von der Unzuverlässigkeit einiger Reiserückkehrer und sind gewillt, stärker dagegen vorzugehen. Vergangene Woche hatten sie bereits darauf hingewiesen, dass Reisende, die in Risikogebieten unterwegs waren, zu drei Maßnahmen verpflichtet sind: das Ausfüllen der Aussteigerkarte im Flieger, die Meldung beim Amt sowie eine 14-tägige Quarantäne, die nur mit zwei negativen Corona-Tests verkürzt werden kann.

Donnerstag: Ministerpräsidenten entscheiden wie es weitergeht

Die Gesundheitsminister hatten sich am Montag allerdings auf die Empfehlung geeinigt, die Pflichttests für Reisende direkt nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet abzuschaffen. Gesundheitsminister Heiner Garg hat vorgeschlagen, dass die verpflichtende 14-tägige Quarantäne durch einen Test nach fünf Tagen verkürzt werden könne. Dies entspreche der durchschnittlichen Inkubationszeit. Das weitere Vorgehen wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besprechen.

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