Stand: 21.07.2020 20:55 Uhr

Prostituierte überfallen: Geständnis zum Prozessstart

Der Angeklagte steht neben seinem Anwalt und trägt dabei einen Gesichtsschutz. © dpa - bildfunk Foto: Carsten Rehder
Mit vorgehaltener Waffe sollen drei Männer Prostituierte in Flensburg überfallen und ausgeraubt haben.

In der Akademie Sankelmark hat am Dienstagmorgen der Prozess des Landgerichts Flensburg zu drei Überfallen auf Prostituierte begonnen. Drei rumänische und bulgarische Staatsangehörige im Alter von 17 bis 29 Jahren sind angeklagt. Sie sollen mit vorgehaltener Waffe Prostituierte in Flensburg überfallen und ausgeraubt, einmal ihr Opfer zusätzlich zum Sex gezwungen haben. Einer der Angeklagten legte am Vormittag ein Geständnis ab. Er gab zu, dabei gewesen zu sein.

Anklage: Prostituierte mit Schreckschusspistole bedroht

Laut Staatsanwaltschaft drangen die Männer im Dezember 2019 in drei Fällen in wechselnder Beteiligung gewaltsam in sogenannte Modellwohnungen in Flensburg ein. Jedes Mal bedrohten sie dort die Prostituierten mit einer geladenen Schreckschusspistole und forderten die Herausgabe von Wertgegenständen. Zweimal blieb es beim Versuch, weil ihre Opfer laut um Hilfe schrien.

Der Angeklagte steht mit dem Gesicht in Richtung Staatsanwaltschaft gerichtet. Die Richter tragen Schutzmasken. © dpa - bildfunk Foto: Carsten Rehder
Die Urteile werden frühestens Anfang Oktober erwartet.

Angeklagt ist darüber hinaus ein 43 Jahre alter bulgarischer Staatsangehöriger, der Stiefvater des 19-jährigen Angeklagten. Beide sollen laut der Anklage am 17. Dezember 2019 einen Zeugen unter einem Vorwand zu einem Supermarkt-Parkplatz in der Gartenstraße gelockt und dort mit Gewalt das Smartphone und das Portemonnaie des Zeugen entwendet haben.

Prozess neu aufgerollt

Es ist der zweite Prozess-Anlauf. Ein erster am 10. Juni gestarteter Versuch mit zwei Berufsrichtern wurde ausgesetzt, da einem der Angeklagten neben einem Schuldspruch zusätzlich die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung droht. Dafür muss die Strafkammer neben zwei Schöffen mit drei Berufsrichtern verhandeln. Die Urteile werden frühestens Anfang Oktober erwartet.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.07.2020 | 13:00 Uhr

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