Stand: 10.10.2018 07:46 Uhr

Politik trifft auf Realität: Start-ups

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ist mit seinem Dienstwagen unterwegs - zu einem Treffen mit einem Unbekannten. Er ahnt nicht, wohin ihn sein Fahrer bringt. Wenig später klopft er an die Bürotür des Kieler Start-up-Gründers Martin Fischbock. Er entwickelt hier Software für Beamer. Seine Kollegen und er haben sich die Nächte um die Ohren geschlagen, um ihre Idee umzusetzen, aber auch um komplizierte Förderanträge auszufüllen. Das sei alles zu bürokratisch für die schnelle Start-up-Welt, sagen sie.

Viel Bürokratie, wenig Räumlichkeiten

Über solche Probleme will Fischbock mit Bucholz reden. Schließlich hat sich die Landesregierung vorgenommen, das Land freundlicher für Start-ups zu machen - ein Kernprojekt von Buchholz' FDP. Schleswig-Holstein konkurriert dabei mit Städten wie Hamburg und Berlin. Fischbocks Firma Lightning Instrument hat seit eineinhalb Jahren ein Büro. Aber die Räumlichkeiten zu bekommen, war schwierig. Und so gehe es fast allen Start-ups in Schleswig-Holstein, denn bezahlbare Räume für Gründer gebe es zu wenig, sagt Fischbock.

Schwierigkeit Start-Finanzierung

Buchholz interessiert sich dafür, wie es der Firma heute geht. Ob Fischbock ein fairer Chef sei, fragt er einen Mitarbeiter. Der bejaht. Buchholz erklärt seine Frage: "Man ist beim Start-up darauf angewiesen, dass man am Anfang Zahlen produzieren muss." Das geschehe manchmal, in dem man sich selbst ausbeutet und seine Mitarbeiter im Zweifel auch. Fischbock berichtet von seinere schwierigen Anfangszeit: "Bei mir war es so, dass ich mein Auto verkauft habe, Geld von meiner Familie geliehen habe, um überhaupt an dem Projekt weiterarbeiten zu können", sagt er. Die Entscheidung über das Gründerstipendium habe sehr lange gedauert. "Und eine Finanzierung über andere - Banken zum Beispiel?" wirft Buchholz ein. "Dafür hatten wir wir zu wenig vorzuzeigen", antwortet Fischbock.

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Der Minister fragt: Was muss anders werden?

Buchholz fragt nach: "Was müssten wir anders machen?" Fischbock hat Ideen: Er würde das Gründerstipendium umbauen. Zunächst weniger Geld zahlen für eine kürzere Zeit. Drei Monate statt ein Jahr. Fischbock zieht Parallelen zur Pflanzenwelt: "Am Anfang stärker wuchern lassen und nur dort beschneiden, wo es wirklich nötig ist und den Rest dann auch wachsen lassen." Fischbocks Firma ist gewachsen. Sie gibt es seit 2013 - und hat mittlerweile elf Festangestellte.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.10.2018 | 19:30 Uhr

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