Stand: 13.02.2020 11:04 Uhr

Nachwirkungen der Sturmflut an der Nordsee

Atempause an der Westküste. Nach der Serie von fünf Sturmfluten in Folge hat sich die Nordsee beruhigt. Auch auf dem Festland soll sich den Angaben der Behörden zufolge die Lage entspannen: Das Wasser kann jetzt wieder in die Nordsee abfließen. Wegen des starken Westwindes waren unter anderem die Büsumer Schleuse und das Eidersperrwerk geschlossen worden.

Stör und Bramau treten über die Ufer

Während die Pegelstände von Eider und Treene zurückgegangen sind, gibt es nun Probleme im Binnenland. In Kellinghusen und Wrist (Kreis Steinburg) sind Stör und Bramau über die Ufer getreten. Im Hafenbereich in Kellinghusen sind einige Straßen gesperrt. In der Birkenallee ist das Wasser der Stör bis an einige Häuser herangekommen. Die Feuerwehr hat die Häuser mit Sandsäcken gesichert und die Lage weiter im Blick.

Die Hälfte der Sylter Küste ist geschädigt

Blick auf eine Düne mit Abbruchkante und Holzteilen auf dem Sand. © LKN-SH Foto: Hendrik Brunckhorst
Es gab auf Sylt Sandverluste.

Unterdessen hat der Landesbetrieb für Küstenschutz am Donnerstag eine erste Bestandsaufnahme der Schäden an Strand und Dünen vorgenommen. Die Experten schätzen, dass ungefähr die Hälfte der Sylter Küste durch die fünf Sturmfluten seit Sonntag nennenswert geschädigt wurde. An den Deichen selbst habe es demnach nur vereinzelt kleinere Schäden gegeben, die vorläufig gesichert werden konnten. Allerdings gab es den Experten zufolge auf Sylt Sandverluste. Auch an den Vor- und Randdünen sowie am Roten Kliff bei Kampen kam es demnach zu Abbrüchen. Auch die Inseln Föhr und Amrum verbuchen Sandverluste. Auf den Halligen konnte aufgrund des anhaltenden Hochwassers noch keine Schadensermittlung erfolgen.

Abschließende Bilanz erst im März

Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) betonte aber: „Die bisherigen Sandvorspülungen haben ihren Zweck erfüllt und Schlimmeres vermieden. Unsere Küstenschutzstrategie für die Deiche an Nord- und Ostsee hat sich in dieser schwierigen Situation bewährt.“ Eine abschließende Bilanz für die Westküste könne aber erst im März, zum Ende der Sturmflutsaison, gezogen werden. Dann will Albrecht mit Experten erörtern, welche Konsequenzen zum Schutz der Siedlungen erforderlich werden.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.02.2020 | 08:00 Uhr

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