Stand: 27.02.2018 18:30 Uhr

Lübecker Flughafen: Klage gegen Ausbau abgewiesen

Der Flughafen Lübeck darf vorerst ausgebaut werden. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig wies eine Klage der Gemeinde Groß Grönnau (Kreis Herzogtum Lauenburg) gegen den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss ab. Die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen liegende Kommune sah unter anderem ihr Recht auf kommunale Selbstverwaltung verletzt. Außerdem befürchtete sie steigende Lärmbelastung durch mehr Flugbetrieb. Die gerichtliche Auseinandersetzung um den Ausbau ist damit aber noch nicht beendet. Es sind weitere Klagen anhängig. Wann diese verhandelt werden, steht noch nicht fest. Bis die Bagger anrollen, dürfte es demnach noch ein bisschen dauern. Die Ausbaupläne sehen eine Verlängerung der Start- und Landebahn um rund 150 Meter vor.

Weniger Flüge in den Nachtstunden

Auch wenn die Klage der Gemeinde Groß Grönau keinen Erfolg hatte, in puncto Nachtflüge wird aus Sicht der Kommune zumindest etwas nachgebessert. In den Zeiten bis Mitternacht und zwischen fünf Uhr und sechs Uhr morgens dürfen jetzt grundsätzlich weniger Maschinen starten und landen. Derzeit findet auf dem Flughafen allerdings kein Linienbetrieb statt. Der neue Betreiber will diesen aber gerne wieder aufnehmen. Der in Groß Grönau wohnende Unternehmer Winfried Stöcker hatte den Flughafen im Sommer 2016 gekauft.

Erleichterung und Enttäuschung

Flughafengeschäftsführer Jürgen Friedel reagierte erleichtert nach dem Urteil. "Wir sind ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Wir bekommen Rechtssicherheit in vielen Punkten - und das, was wir jetzt in der Nachtflugbeschränkung zugeben mussten, das ist völlig ok." Der Bürgermeister der Gemeinde Groß Grönau Eckhard Graf (SPD) war am Dienstag nicht erneut nach Schleswig gekommen. Er hatte sich bereits nach dem Verhandlungstag am Montag enttäuscht gezeigt. Das Urteil hatte sich da bereits abgezeichnet.

IHK: Endlich Planungssicherheit

"Eine Katastrophe" nannte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm das Urteil. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso ein Flughafen auf dem gar kein Linienverkehr stattfinde und wohl auch nicht stattfinden werde, nun ausgebaut werden soll. Die Industrie- und Handelskammer Lübeck dagegen freute sich über das Urteil. Damit finde eine lange Hängepartie endlich ein Ende, so ein Sprecher. Auch der designierte Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) ist zufrieden mit dem Urteil.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2018 | 17:00 Uhr

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