Stand: 10.10.2019 12:19 Uhr

Kurzarbeit bei der FSG: Betriebsrat erleichtert

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Bislang waren bei der FSG 20 Mitarbeiter in Kurzarbeit - künftig werden es 100 sein.

Aufatmen bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG): Die 670 Stamm-Mitarbeiter der FSG können nach der kompletten Übernahme der Werft durch Investor Lars Windhorst zunächst weiterarbeiten. 100 Mitarbeiter müssen laut Betriebsrat jedoch "bis nächstes Jahr" in die Kurzarbeit gehen, bislang waren es laut Betriebsrat nur 20. Das ist das Ergebnis einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag. Ein konkreterer Zeitraum als "bis nächstes Jahr" wurde nicht genannt.

Die Stammbelegschaft erfuhr zudem, dass drei Großfähren für Reedereien in Irland und Australien definitiv gebaut werden sollen. Über den Auftrag hatte die FSG zuletzt noch mit den Kunden verhandelt. Unter anderem ging es dabei um die Finanzierung, denn beim Schiffbau ist es üblich, dass die Kunden einen Großteil des Kaufpreises erst bei der Übergabe zahlen.

Betriebsrat: "Wir hatten Angst, dass viele Kollegen uns verlassen"

Betriebsratschef Thomas Jansen wertete das Ergebnis der Versammlung positiv: "Wir haben ein Ziel und das ist, worauf es ankommt. Wir hatten unwahrscheinlich Angst, dass viele Kollegen uns verlassen." Weil es jetzt aber eine Perspektive gebe, bestehe auch weiterhin die Motivation der Kollegen, bei der FSG zu arbeiten und kein anderes Angebot anzunehmen, so Jansen. FSG-Geschäftsführer Alexander Gregg-Smith wollte sich auf NDR Nachfrage nicht äußern.

FSG gehört Tennor Holding

Die Investmentgesellschaft Tennor Holding hatte die angeschlagene FSG im August vollständig übernommen. Windhorsts Firma war bereits im Februar, damals noch unter dem Namen Sapinda Holding, als Hauptaktionär bei der 1872 gegründeten Werft eingestiegen.

Die FSG wies im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 111 Millionen Euro aus. Grund waren vor allem Verzögerungen bei einem Neubau.

Weitere Informationen

Tennor Holding von Windhorst übernimmt FSG komplett

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Die Tennor Holding von Investor Lars Windhorst hat die angeschlagene Flensburger Schiffbau-Gesellschaft vollständig übernommen. Die Belegschaft wurde über den Schritt offenbar per Mail informiert. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.10.2019 | 09:00 Uhr

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