Stand: 29.09.2013 11:56 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Kieler Studenten bauen Fahrräder aus Bambus

von Andrea Schmidt

Kein Alu, kein Carbon, sondern Bambus: Zwei Kieler Studenten wollen mit Bambus-Fahrrädern den Zweiradmarkt erobern. Maximilian Schay und Jonas Stolzke sind richtig heiß und freuen sich, dass es nach über einem Jahr Vorbereitungszeit nun los geht mit ihrer ungewöhnlichen Geschäftsidee. Ab Oktober werden 15 bis 20 Räder monatlich gebaut. Das Besondere: Hinter dem Startup-Unternehmen steckt auch ein sozialer Gedanke. Die Rahmen stammen aus Ghana.

Spaß, Leidenschaft und Geschäftssinn

"Wir machen das mit supergroßer Leidenschaft", sagte Maximiliam Schay im Gespräch mit NDR 1 Welle Nord. "Natürlich wollen wir Geld verdienen, aber unsere Idee ist, dass wir es mit fairem Handel kombinieren." Obwohl Stolzke und Schay erst 21 und 22 Jahre alt sind und noch im fünften Semester BWL studieren, gründeten sie bereits im Dezember die Firma "My Boo" - übersetzt "Mein Liebling" und eine Anspielung an das englische Wort für Bambus - "Bamboo".

Ein Bambus-Rad kostet bis zu 2.000 Euro

Die Kontakte nach Afrika waren durch einen Freund geknüpft worden. Nun fertigen in dem kleinen Dorf Yonso in Ghana 13 Arbeiter die Rahmen aus Bambus. Der wird direkt im Dschungel geschlagen. Mit den Rahmen aus Ghana wurden in einer Werkstatt in Fockbek bei Rendsburg bisher sechs Prototypen gebaut. Diese haben großes Interesse hervorgerufen: "Inzwischen haben wir viele Anfragen und Vorbestellungen", erzählt Schay. Die Serienproduktion kann also beginnen. Jedes Bambus-Rad wird ein Unikat, und das hat seinen Preis: Kunden müssen zwischen 1.300 und 2.000 Euro zahlen. Die Lebensdauer eines Bambus-Rades: geschätzte 20 Jahre.

Jungunternehmer mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet

Die beiden Kieler Studenten haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Morgen geht es erst einmal für drei Wochen nach Ghana. Dort eröffnen sie ein neues Werkstattgebäude und lernen zehn neue Arbeiter kennen. "Ein ziemlich aufregendes Leben für zwei Kieler Studenten", schmunzelt Schay. Für ihre ungewöhnliche Geschäftsidee haben die Kieler Jungunternehmer übrigens schon einen Nachhaltigkeitspreis abgeräumt. Sie erhielten mehrere Tausend Euro, um ihr Projekt weiter zu entwickeln.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 29.09.2013 | 12:00 Uhr

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