Stand: 26.03.2020 18:11 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Investitionsbank SH: Soforthilfe kann beantragt werden

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Die ersten Formulare für das Soforthilfeprogramm sind online.

Anträge auf finanzielle Sofort-Hilfe für Selbstständige und Kleinstunternehmen sind seit Donnerstag (26.3.) möglich. Seit dem späten Vormittag sind die Formulare für die Soforthilfeprogramme von Bund und Land auf der Internetseite der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) abrufbar. Die Seite war zwischenzeitlich überlastet, da die Nachfrage nach den Anträgen groß ist. "Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten wegen der großen Nachfrage läuft unser Server seit dem späten Vormittag stabil", berichtete ein Sprecher der Investitionsbank. So wurden die Server-Kapazitäten erweitert und das Personal vorsorglich aufgestockt, so die Bank weiter. Bei den Beratungen helfen Kammern und Wirtschaftsförderungsgesellschaften.

11.000 Anträge bis zum Nachmittag

Bis zum späten Nachmittag seien bereits 11.000 Anträge heruntergeladen worden, 6.700 Mails mit ausgefüllten Formularen oder Anfragen zum Antrag gingen ein, teilte die IB.SH mit. Die Online-Formulare befinden sich auf der Internetseite der IB.SH: https://www.ib-sh.de/infoseite/corona-beratung-fuer-unternehmen/. Aber auch auf der Seite der Industrie- und Handelskammer sind die Formulare abrufbar: https://www.ihk-schleswig-holstein.de/news/startseite-old/coronavirus.

"Das geht auch auf der Website des Ministeriums. Das geht auch bei vielen anderen Verbänden, beim Hotel- und Gaststätten-Verband, bei den Einzelhandelsverbänden. Überall wird im Laufe des Tages dieses Formular zum Download bereitstehen. Damit an möglichst vielen Stellen Download stattfinden kann und nicht einzelne Server zusammen brechen", sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) NDR Schleswig-Holstein.

Buchholz zu Schutzschirm: "Das ist ein Corona-Soforthilfeprogramm"

Schleswig-Holstein 18:00 -

Die Landesregierung in SH hat einen Schutzschirm beschlossen, um die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft einzudämmen. Wirtschaftsminister Buchholz erklärt die drei wesentlichen Bereiche.

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Für drei Monate bis zu 15.000 Euro möglich

Die Soforthilfen sind Teil des 156-Milliarden-Euro-Programms des Bundes und richten sich zunächst an Selbstständige und Kleinstunternehmen, die wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Nach Angaben des Bundes sollen Selbstständige und Kleinunternehmen Einmahlzahlungen zwischen 9.000 und 15.000 Euro erhalten. Der Bund stellt dafür 50 Milliarden Euro bereit.

Zuschüsse für Kleinbetriebe - bezahlt aus der Bundeskasse:

Für Kleinbetriebe sieht das Bundesprogramm folgende Zuschüsse vor:

  • Höhe (1): bis zu 9.000 Euro für Gewerbetreibende und Selbstständige mit bis zu fünf sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften
  • Höhe (2): bis zu 15.000 Euro für Gewerbetreibende und Selbstständige mit sechs bis zehn sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften

Informationen zum Kurzarbeitergeld

Außerdem gibt es auf der Seite der Investitionsbank Informationen zum Kurzarbeitergeld und zinsgünstigen Firmenkrediten, die Bund und Land wegen der Corona-Krise zur Verfügung stellen.

Buchholz optimistisch, dass Gelder schnell da sind

Buchholz zeigte sich optimistisch, dass zu Beginn der kommenden Wochen erste Zuschüsse ausgezahlt werden. "Die Voraussetzung für die Beantragung der Zuschüsse ist eine wirkliche wirtschaftliche Notlage." Diese sei gegeben, wenn die Mittel eines Solo-Selbstständigen Unternehmers nicht mehr ausreichten, um kurzfristige Verbindlichkeiten wie Mieten oder Leasing-Raten zu bezahlen. Außerdem müsse eine weitere Voraussetzung erfüllt sein: "Entweder ist der Umsatz um mindestens 50 Prozent eingebrochen oder aber der Betrieb ist auf behördliche Anordnung geschlossen."

Mieterbund forderte weitere Fonds

Der Mieterbund wandte sich überdies an die Landesregierung, sogenannte "Sicher-Wohnen-Fonds" einzurichten. Danach sollen Mietzahlungen von Mietern, die aufgrund der Corona-Pandemie in finanzielle Bedrängnis geraten sind, durch diese Fonds des Landes übernommen werden. "Wir regen an, diese Leistungen aus den Fonds als finanziellen Zuschuss auszugestalten", sagte Jochen Kiersch, Vorsitzender des Mieterbundes in Schleswig-Holstein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.03.2020 | 17:00 Uhr

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