Stand: 10.09.2018 13:12 Uhr

Institut für Weltwirtschaft: Felbermayr kommt

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Gabriel Felbermayr: "Ich will erreichen, dass man zuerst an Kiel denkt, wenn es um internationale Wirtschaft geht."

Der Name war schon länger bekannt, nun ist es amtlich: Der Österreicher Gabriel Felbermayr wird im März 2019 neuer Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Der 42-Jährige habe die Bestellung zum IfW-Chef und den Ruf zum Professor für Volkswirtschaftslehre an der Kieler Universität (CAU) angenommen, teilten IfW, CAU und Schleswig-Holsteins Landesregierung am Montag mit. "Mein Ziel ist es mitzuhelfen, Kiel zu einem führenden Ort der weltwirtschaftlichen Forschung in Europa zu machen", sagte Felbermayr. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" hatte der Ökonom bereits im Juni angekündigt, dem Institut wieder zu mehr Medienpräsenz verhelfen zu wollen. "Ich will erreichen, dass man zuerst an Kiel denkt, wenn es um internationale Wirtschaft geht."

DIW und Ifo-Institut sind Platzhirsche

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Dennis Snower ist seit 2004 IfW-Präsident. Er erreicht 2019 die Altersgrenze.

Medial sind das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und das Ifo-Institut in München während der Amtszeit des amtierenden IfW-Präsidenten Dennis Snower an den Kielern vorbeigezogen. Im aktuellen FAZ-Ökonomenranking, in dem auch die fachlichen Einschätzungen von Ökonomen in Medien analysiert wurden, belegt Snower Rang Rang 43. Felbermayr liegt auf Position fünf. Der Amerikaner Snower ist seit 2004 Präsident des Kieler Instituts. Seine Amtszeit war zuletzt 2014 verlängert worden. Im Februar endet die Präsidentschaft des 67-Jährigen mit Erreichen der Altersgrenze.

Felbermayr arbeitet noch in München

Felbermayr ist noch Professor für Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität und Leiter des Zentrums für Außenwirtschaft am Ifo-Institut in München. Der Präsident der Kieler Christian-Albrechts-Universität, Lutz Kipp, ist überzeugt, dass der Österreicher in Kiel "schon bald neue und sichtbare Akzente setzen wird".

Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) zeigte sich "außerordentlich erfreut" über dessen Bestellung. Der Österreicher ist unter anderem ein gefragter Experte, wenn es um den Protektionismus von US-Präsident Donald Trump geht.

42-Jähriger kündigt an: Daten statt Dogmen

Inhaltlich will Felbermayr an das Wirken Snowers anknüpfen. Der Amerikaner habe das IfW für wichtige gesellschaftspolitische Fragen geöffnet, sagte Felbermeyr dem "Handelsblatt". Snower galt vor allem seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 als Querdenker in seiner Zunft, der vieles hinterfragte.

Die Institutszeit unter Snowers Vorgängern Herbert Giersch (1969 bis 1989) und Horst Siebert (1989 bis 2003), die als unternehmensnah galten, kommentierte der zukünftige Chef so: "Die Zeit der Dogmen ist vorbei." Heute müsse man Diagnosen und Empfehlungen aus Daten ableiten, nicht aus Grundüberzeugungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.09.2018 | 14:00 Uhr

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