Das Gelände der Werft Nobiskrug am Nord-Ostsee-Kanal. © NDR Foto: Christian Wolf

Insolvenzverfahren für Nobiskrug-Werft eröffnet

Stand: 01.07.2021 13:59 Uhr

Am Amtsgericht Neumünster wurde am Donnerstag das Insolvenzverfahren für den Schiffbauer Nobiskrug in Rendsburg eröffnet. Unabhängig davon läuft die Suche nach einem neuen Investor offenbar vielversprechend.

Das Amtsgericht Neumünster hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug eröffnet. Das bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Kiel. Für die rund 300 Beschäftigten der Rendsburger Werft soll sich durch das Insolvenzverfahren erst einmal nichts ändern. Denn laut dem zuständigen Insolvenzverwalter Hendrik Gittermann bestehen die Arbeitsverträge weiter und aus der Insolvenzmasse können auch die Gehälter sicher gezahlt werden.

Die Werft soll verkauft werden

Die Suche nach einem neuen Investor für Nobiskrug scheint inzwischen kurz vor dem Abschluss zu stehen. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein könnte in etwa zwei Wochen ein neuer Eigentümer präsentiert werden. Laut Insolvenzverwalter laufen konkrete Verhandlungen. Es gebe eine Vielzahl von ernsthaften Interessenten, versicherte Hendrik Gittermann auf Nachfrage. Darüber hinaus würden alle Kaufinteressenten an der Werft weiterhin Mega-Jachten produzieren, so Gittermann weiter. "Gleichzeitig wird es erforderlich sein, dass wir Vorkehrungen treffen für den Fall einer möglichen Unterlastsituation in den nächsten Monaten. Hier gilt für uns: Beschäftigungs-Sicherung vor Personalabbau", erklärt Gittermann.

Auch die IG Metall ist zuversichtlich, dass es zu einer Übernahme kommt, hofft allerdings, dass in der Folge keine weiteren Arbeitsplätze bei Nobiskrug in Rendsburg abgebaut werden müssen.

Kritische Entwicklungen im Jachtbau

Als Grund für den Insolvenzantrag hatte das Unternehmen kritische Entwicklungen im Jachtbau genannt. Nobiskrug gehört zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest. Teil der Gruppe sind auch die Werften German Naval Yards Kiel und die Lindenau-Werft in Kiel. Beide Schiffbaubetriebe sind von der Nobiskrug-Insolvenz nicht betroffen. Die auf den Bau von Luxusjachten ab 60 Metern Länge spezialisierte Werft am Nord-Ostsee-Kanal hat seit ihrer Gründung 1905 weit über 750 Schiffe gebaut.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.07.2021 | 14:00 Uhr

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