Eine Hand hält einen Corona-Impfstoff von AstraZeneca.

Impfungen mit AstraZeneca gehen in SH weiter

Stand: 19.03.2021 06:09 Uhr

In Schleswig-Holstein wird ab sofort wieder mit AstraZeneca geimpft. Für Freitag abgesagte Termine finden nach Angaben des Landes nun doch statt. Zuvor hatte auch die EMA grünes Licht für das Vakzin gegeben.

Am Donnerstagabend kam die Mitteilung aus dem schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium: Das Land will die Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca umgehend fortsetzen. Zum weiteren Vorgehen hieß es im Detail:

  • Personen, deren Termin in dieser Woche abgesagt wurde, erhalten einen neuen Termin. Sie brauchen sich nicht nochmal um einen Termin bemühen und werden per Mail informiert.

  • Die Personen, die Freitag einen Impftermin haben, werden darüber per Mail informiert – die vorsorglich erfolgte Absage für die Freitagstermine (19.3.) ist damit hinfällig.

  • Wer aufgrund der Kurzfristigkeit seinen gebuchten Freitagstermin nicht wahrnehmen kann, wird einen Ersatztermin erhalten.

Ersatztermine ab Ende März

Die Organisation der Ersatztermine ist nach Angaben des Landes derzeit in Arbeit. Nach jetzigem Planungsstand sollen die Ersatztermine primär in den beiden Wochen zwischen dem 29. März und dem 11. April 2021 stattfinden. Möglicherweise werden dafür die Öffnungszeiten der Impfzentren ausgeweitet.

Fall einer Hirnvenen-Thrombose in Schleswig-Holstein

Am Montag waren die Impfungen mit AstraZeneca deutschlandweit gestoppt worden, nachdem es Fälle von Thrombosen nach Impfungen gegeben hatte. Nach Angaben des Landes hat es inzwischen auch einen Fall in einer Klinik in Schleswig-Holstein gegeben. Das Auftreten einer Hirnvenen-Thrombose in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung wurde an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, heißt es in der Mitteilung des Gesundheitsministeriums. Die betroffene Patientin sei auf dem Weg der Besserung.

EMA: Keine erhöhten Gesundheitsgefahren durch AstraZeneca

Am Donnerstagnachmittag hatte die Europäische Arzneimittebehörde (EMA) die Sicherheit des Präparats erneut bekräftigt. Allerdings werde in den Hinweisen eine extra Warnung vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen hinzugefügt, hieß es. Die EMA sieht aber grundsätzlich keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen. "Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19, und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken", sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Das Bundesgesundheitsministerium und die Ständige Impfkommission haben sich der Bewertung am Donnerstagabend angeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.03.2021 | 06:00 Uhr

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