Bei einer Frau wird ein Hautscreening am Rückem durchgeführt. © Colourbox

Immer weniger Menschen in SH gehen zur Hautkrebsvorsorge

Stand: 02.07.2021 05:00 Uhr

Während die Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Hautkrebs weiter zunehmen, sinkt die Zahl der Menschen, die noch regelmäßig zur Vorsorge gehen. Ein Problem, sagen Hautärzte.

Das Auto bringen die meisten Menschen regelmäßig zum TÜV - die eigene Gesundheitsvorsorge wird weniger regelmäßig betrieben. So beschreibt Katharina Kähler vom Hautkrebszentrum der Uniklinik Kiel das Verhältnis vieler Patientinnen und Patienten zur Hautkrebsvorsorge. Denn immer weniger Menschen lassen sich regelmäßig auf Hautkrebs untersuchen. Laut DAK gingen von Januar bis September 2020 26 Prozent weniger Menschen in Schleswig-Holstein zum Screening als noch im Vorjahr.

Hohes Risiko für weißen Hautkrebs

Doch gerade Menschen, die der Sonne häufig ausgesetzt sind, haben ein hohes Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Ohne Schutz hält die Haut die Sonne maximal 20 bis 30 Minuten aus - an Hochsommertagen scheint die Sonne allerdings bis zu 14 Stunden. Die Folgen: weißer oder schwarzer Hautkrebs. Beim schwarzen Hautkrebs gehe es laut Kähler darum, ihn frühzeitig zu erkennen, da dann die Überlebenschancen steigen. "Wesentlich entscheidender ist zahlenmäßig aber der Anteil an Menschen, der weißen Hautkrebs bekommt. Das heißt einen Hautkrebs, der besonders stark durch die fortwährende Sonneneinstrahlung ausgelöst wird. Das heißt gerade Outdoor-Menschen und Berufsgruppen, die besonders viel draußen sind, sind damit besonders über ihre Lebenszeit konfrontiert", erklärt Kähler.

Diagnose Hautkrebs immer häufiger

Während die Zahl der Patienten zur Vorsorge sinkt, steigt die Zahl der Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Hautkrebs immer weiter an. 2019 wurden insgesamt knapp 3.000 Patientinnen und Patienten in Kliniken in Schleswig-Holstein behandelt. Das sind 4,2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor und sogar 15,2 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2015. Dabei ist die Kontrolle beim Arzt sehr einfach und sollte alle sichtbaren Partien der Haut und Schleimhaut umfassen. "Der Hautarzt sollte die gesamte Hautoberflächen anschauen, aber auch die Mund-Schleimhaut, die Genital-Schleimhaut und auch gerade die Kopfhaut und die Haut zwischen den Zehen", so Kähler.

Krankenkassen übernehmen Kosten

Das Screening bezahlen die Krankenkassen alle zwei Jahre für Patienten über 35. "Es ist sehr schnell gemacht und tut nicht weh. Aber die Inanspruchnahme ist wenig", sagt die Hautärztin, "man sollte sich also mindestens genauso viel Aufmerksamkeit zukommen lassen wie seinem Kraftfahrzeug."

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.07.2021 | 19:30 Uhr

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