Stand: 08.05.2015 12:54 Uhr

Huch - tollpatschiger Besuch auf Helgoland

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Zwischen Basstölpeln hält sich der Helgoländer Albatros gerne aud.

Für Ornithologen ist das eine Sensation - und auch für sonst weniger Vogelbegeisterte und Touristen ein Spektakel: Ein Albatros war in dieser Woche zwei Tage lang auf Helgoland zu Gast. Das Tier kommt eigentlich auf der Südhalbkugel vor und rastete jetzt am Lummenfelsen - zwischen Zuschauern und den zahlreich vorhandenen Basstölpeln. Der Vogel gehört zur Art der Schwarzbrauenalbatros und hat eine Spannweite von etwa 2,40 Metern.

Zehn bis zwanzig Landeversuche

Das Faszinierende: "Der Albatros ist ein bis zwei Meter über die Köpfe der Beobachter geflogen und dann direkt vor den Beobachtern gelandet", erzählt Jochen Dierschke vom Institut für Vogelforschung. Dafür müsse das Tier jeweils 10 bis 20 Mal Anlauf nehmen, so der Helgoländer Biologe. "Der Albatros ist zum Fliegen geboren - Landen ist nicht so sein Ding." Und auch die Fortbewegung auf dem Boden sei witzig anzusehen: "Er geht sehr tollpatschig". Das Tier kann bis zu 65 Jahre alt werden - das Alter des Helgolandbesuchers ist nicht bekannt.

Fünfter Besuch auf Helgoland in zwei Jahren

Ein Schwarzbrauenalbatros wurde das erste Mal im Mai 2014 auf Helgoland gesichtet, blieb zwei Tage - wie bei den folgenden Aufenthalten auch. Der Besuch in dieser Woche wäre der fünfte, zuvor war der Vogel Ende April am Lummenfelsen. Die Helgoländer Fotografin Lilo Tadday hat einige Besuche dokumentiert - dabei sind eindrucksvolle Aufnahmen entstanden.

Ornithologen aus ganz Europa reisen an

"Wir sind nicht sicher, gehen aber fest davon aus, dass es das gleiche Tier ist", sagt Diersch. Der Grund: Eigentlich bleiben Albatrosse auf der Südhalbkugel - auch wenn ein Nahrungsflug für die Langstreckenflieger schon mal mehrere Tausend Kilometer lang sein kann. Es gibt sehr wenige Beobachtungen von Albatrossen auf der hiesigen Seite des Planeten - in den letzten 15 Jahren etwa vier bis sechs jährlich. Entsprechend groß ist die Begeisterung bei Ornithologen - in dieser Woche waren laut Dierschke 30 bis 40 Menschen auf Helgoland, die auch aus dem Ausland extra für das Tier angereist waren - und Glück hatten. Denn die Besuche und die genaue Aufenthaltsdauer lassen sich nicht vorhersagen. Die Helgoländer Vogelkundler hoffen nun, dass der Albatros zum Stammgast wird und immer mal wieder vorbeischaut.

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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 26.04.2016 | 19:15 Uhr

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