Das Flachdach ist unter den Rädern des Zuges eingeklemmt.  Foto: Thomas Nyfeler

Herbststurm in SH: Probleme auf Straßen und Schienen

Stand: 21.10.2021 16:40 Uhr

Der erste Herbststurm hat Probleme im Bahnverkehr und auf einigen Straßen ausgelöst. Die Leitstellen im Land hatten wegen Tief "Ignatz" ordentlich zu tun.

Während es am Mittwochabend und in der Nacht noch vergleichsweise ruhig blieb, hat der Sturm am Donnerstagmorgen ordentlich zugelegt. Im Schwentinentaler Ortsteil Klausdorf (Kreis Plön) haben Augenzeugen am Morgen von einer Windhose oder einem Tornado berichtet. Nach Angaben der Feuerwehr im Ort sind in einer etwa 100 Meter breiten Schneise Bäume umgestürzt und Häuser beschädigt worden. Verletzt wurde niemand.

Das Team um NDR Schleswig-Holstein Wetterexperte Meeno Schrader konnte bis jetzt nicht bestätigen, dass es tatsächlich eine Windhose gegeben hat. In einer Wetterlage wie der aktuellen könne es auch Fallböen geben. Ob der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Sturm als Tornado einstuft, werde geprüft, wenn Meldungen dazu eingegangen seien, sagte ein Sprecher.

Schäden in Klausdorf

Feuerwehreinsatzleiter Kai Lässig berichtete von den Schäden an Gebäuden in Klausdorf: "Dort sind einzelne Dächer stark beschädigt worden, es wurden Löcher reingerissen und Firstpfannen sind weg." Es seien außerdem Gartenhüttendächer durch die Luft geschleudert worden, "die in Gebäude geflogen sind, ganze Wintergärten auseinander gerissen haben". Es wurden Scheiben zertrümmert und ein Gebäudeanbau aus Stein sei zusammengebrochen, so der Feuerwehreinsatzleiter. Die Polizei in Kiel sprach von 35 Einsätzen. Der Wirbelwind sei gegen 7.30 Uhr aus Richtung Kiel durch den Ort gezogen.

Viele Bäume umgestürzt

Im ganzen Land hatten die Feuerwehren nach Angaben der Leitstellen seit dem Morgen mehr zu tun. In den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und in Neumünster stürzten Bäume um, auch in den Kreisen Pinneberg, Segeberg und Steinburg waren die Rettungskräfte im Einsatz. In Lübeck und dem nördlichen Ostholstein zählte die Polizei 14 Einsätze. Die B432 zwischen Ahrensbök und Pönitz (Kreis Ostholstein) war wegen Bäumen auf der Straße zeitweise in beiden Richtungen gesperrt.

Sturm löst Dach einer Lagerhalle

In Neumünster hatten sich am Donnerstagmorgen laut Feuerwehr Teile eines Blechdaches einer Lagerhalle gelöst - sie wurden auf die Gleise geweht. Ein Zug der AKN fuhr darüber, verkeilte sich mit den Teilen. Von den 120 Fahrgästen, darunter viele Schüler, wurde niemand verletzt. Sie mussten etwa eine Stunde im Waggon warten, bis Ersatzbusse bereit standen. Dann fuhren mehrere Stunden lang Busse in dem Abschnitt zwischen den Stationen Neumünster und Neumünster-Süd als Ersatz.

Auch im Verkehr der Deutschen Bahn kam es zu Behinderungen. Zwischen Neumünster und Rendsburg stürzte ein Baum auf die Oberleitung. Deshalb gab es Verspätungen zwischen Hamburg und Kiel sowie zwischen Hamburg und Lübeck.

Keine Fähren nach Helgoland

Zum Teil waren auch Straßen vom Regen überflutet - so stockte zum Beispiel am Morgen der Verkehr auf der A23 Richtung Süden ab Elmshorn wegen Starkregens. Auch in Flensburg überspülte der starke Regen am Morgen Straßen. Probleme gibt es auch bei den Fähren von und nach Dagebüll - laut Wyker Dampfschiffs-Reederei verschieben sich ab Mittag die An- und Abfahrtszeiten. Der Schiffsverkehr zur Insel Helgoland ist für Donnerstag komplett abgesagt. Nach Angaben der Reedereien fahren weder von Büsum noch von Cuxhaven Schiffe zur Insel.

Nach Angaben des DWD gehörte Schleswig-Holstein am Morgen zu den Bundesländern mit den geringsten Windgeschwindigkeiten in Deutschland. Die stärkste Böe wurde in Travemünde mit 89 Kilometern pro Stunde gemessen.

Weitere Informationen
Eine vierköpfige Familie macht einen Wattspaziergang bei stürmischem Wetter am Strand. © dpa Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Herbststurm flaut ab - keine größeren Einsätze mehr

Am Freitag gab es in Niedersachsen noch einige teils orkanartige Böen. Fähren zu den Insel hatten erneut Probleme. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.10.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Rettungskräfte verteilen Corona-Patienten aus Bayern in einem Hangar am Helmut-Schmidt-Airport auf Rettungsfahrzeuge. © dpa-Bildfunk Foto: Jonas Walzberg

Corona-Patienten aus Bayern werden in SH behandelt

Die Covid-Kranken sind mit einem Spezial-Airbus der Bundeswehr zunächst nach Hamburg transportiert worden. mehr

Videos