Stand: 04.06.2019 05:00 Uhr

Gewalt in Notaufnahmen und Arztpraxen nimmt zu

Bepöbelt, bedroht oder geschlagen: Gewalt gegen Ärzte und Pfleger nimmt offenbar immer mehr zu. Das beklagt die Ärztekammer Schleswig-Holstein. Kammerpräsident Henrik Herrmann schätzt, dass es jährlich mehrere hundert Fälle gibt. "Es geht um verbale Gewalt, dass Mitarbeiter angeschrien werden. Es gibt allerdings auch Gewaltandrohungen. In ganz seltenen Fällen kommt es zu körperlicher Gewalt", sagte er NDR Schleswig-Holstein. Umfragen zeigten, dass Patienten immer häufiger übergriffig werden, so Herrmann: "Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem."

Rettungssanitäter im Rettungswagen

Mangelnder Respekt: Angriffe auf Sanitäter

Panorama 3 -

Sie werden beschimpft, bespuckt und geschlagen: Rettungskräfte am Einsatzort. Der Respekt gegenüber ihrer wertvollen Arbeit nimmt ab, und sie werden teilweise selbst zu Opfern.

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Frust über falsche Behandlung und Wartezeiten?

Entsprechende Meldeplattformen der Ärtzekämmer werden laut Herrmann nicht umfänglich genutzt. "Das würden wir uns aber wünschen, damit wir genaue Zahlen haben", sagt der Kammerpräsident. So könnte man seiner Meinung nach auch sehen, wo sich die Fälle häufen.

Hotspots für die Gewalt seien der Empfangsbereich von Arztpraxen und die Notaufnahmen in Krankenhäusern, so Herrmann. Hintergrund sei offenbar der Frust über Wartezeiten oder auch über angeblich falsche Behandlungen.

Selbstverteidigungskurse und Seminare für Ärzte

Immer mehr Krankenhäuser würden deshalb Sicherheitsdienste anstellen, so Herrmann. Außerdem werden vermehrt Selbstverteidigungskurse und Seminare angeboten. Dort lernen Ärzte, mit brenzligen Situationen umzugehen. Herrmann fordert von der Politik außerdem, Gewalt gegen Gesundheitsfachkräfte und Ärzte unter Strafe zu stellen. Für Rettungskräfte sei ein entsprechendes Gesetz bereits in Planung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.06.2019 | 07:00 Uhr

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