Ein Kegelrobben-Jungtier liegt auf einer Sanddüne auf Helgoland. © NDR Foto: Janina Harder

Friedrichskoog: Erste Heuler der Saison werden aufgepäppelt

Stand: 08.12.2021 20:07 Uhr

Nach zwei Wochen Quarantäne wurden zwei Kegelrobbenbabys in den Aufzuchtbereich in der Seehundstation Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) gelassen. Dort werden sie jetzt zwei bis drei Monate verbringen.

"Rudi" und "Renate" - so wurden die beiden Heuler getauft. Sie waren erst wenige Tage alt, als sie verlassen auf der Helgoländer Düne gefunden wurden. Stationsleiterin Tanja Rosenberger erinnert sich: "Rudi kam noch mit Nabelschnur an, war erst zwei, drei Tage alt, als er gefunden wurde." Renate ist nur wenige Tage älter, wollte bei einem anderen Muttertier Milch trinken, das misslang. Die Mütter der beiden waren nicht zu sehen. Ranger entdeckten die beiden Heuler und brachten sie in Sicherheit. Mit dem Flugzeug ging es von Helgoland aufs Festland zur Seehundstation Friedrichskoog.

Heuler werden bis zu drei Monate aufgepäppelt

Ein Flieger bringt die beiden auf Helgoland gefundenen Heuler zur Friedrichskooger Seehundstation. © NDR Foto: Janina Harder
Mit diesem Flieger kamen "Rudi" und "Renate" zur Seehundstation.

Dort waren sie jetzt zwei Wochen in Quarantäne - und machen nun ihre ersten Schritte auf dem Weg Richtung Freiheit. "Rudi" und "Renate" dürfen die Aufzuchtstation erkunden und werden langsam an ganzen Fisch gewöhnt. Die beiden Robben wiegen jetzt zwölf Kilogramm. Sie werden nun zwei bis drei Monate in der Seehundstation verbringen, um sich das Gewicht anzufressen, dass sie auch in freier Natur am Ende der Säugezeit hätten. "Das ist bei den weiblichen Tieren mindestens 35 Kilogramm, bei den männlichen bis zu 50 Kilogramm", sagt Rosenberger.

"Auf keinen Fall Jungtiere anfassen!"

"Bis sie in die Freiheit entlassen werden können, müssen die Tiere lernen, selbstständig Fisch zu fressen", erklärt die Stationsleiterin: "Dazu werden ihnen hier verschiedene Fischarten angeboten, damit sie möglichst gut auf das Leben in Freiheit vorbereitet werden." Im Schnitt kommen jedes Jahr 20 Tiere in die Auffangstation. Damit die Robbenbabys nicht durch Fahrlässigkeit von ihrer Mutter getrennt werden, bittet Tanja Rosenberge alle Spaziergänger - nicht nur auf Helgoland - verlassene Jungtiere auf keinen Fall anzufassen, Hunde fernzuhalten und auf dem schnellsten Wege die Seehundstation zu benachrichtigen.

Kegelrobbe: Größtes Raubtier Deutschlands

Ein Kegelrobben-Jungtier liegt auf einer Sanddüne auf Helgoland. © NDR Foto: Janina Harder
Das weiße Fell schützt vor Kälte: Ein Kegelrobben-Jungtier liegt auf einer Sanddüne auf Helgoland.

Kegelrobben werden im Gegensatz zu Seehunden mitten im Winter geboren. Das extrem dichte, weiße Fell schützt den Nachwuchs in den ersten Lebenswochen vor Kälte und Wind. Die Kegelrobbe gilt als größtes Raubtier Deutschlands. Die Bullen können bei einer Länge von bis zu 2,30 Metern ein Gewicht von über 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Weibchen werden bis zu zwei Meter lang und bis zu 185 Kilogramm schwer.

Ein erwachsenes Tier frisst täglich bis zu sechs Kilogramm Fisch und andere Meerestiere. Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet. Heute gibt es im Wattenmeer wieder mehrere Kolonien mit Jungen. Allein auf Helgoland wurden nach Angaben des Vereins Jordsand seit Beginn der Geburtensaison 2021/22 Mitte November bis zum 3. Dezember 474 Geburten gezählt.

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Eine Kegelrobbenmutter liegt mit ihrem Jungtier in den Dünen auf Helgoland. © Hannah Metke Foto: Hannah Metke

Helgoland: Erste Robbenbabys liegen auf der Düne

Auf der Helgoländer Düne sind die ersten Robben zur Welt gekommen. Derzeit liegen vier Jungtiere auf der Düne. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.12.2021 | 19:30 Uhr

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