Stand: 10.08.2020 21:13 Uhr

Fleischindustrie: Kreis Dithmarschen begrenzt Leiharbeit

Der Kreis Dithmarschen hat wegen der Corona-Krise Auflagen für Betriebe verschärft, die Fleisch und Fisch verarbeiten. Mit einer Allgemeinverfügung begrenzte Landrat Stefan Mohrdieck (parteilos) am Montag den Einsatz von Leiharbeitnehmern und Beschäftigten von Werkunternehmen. Beschäftigte mit aktuellem negativen Corona-Test sind ausgenommen von der Maßnahme, die zunächst bis zum 30. August gilt. Der Landrat begründete den Schritt mit einer hohen Fluktuation bei den erwähnten Arbeitnehmern und der damit verbundenen Gefahr, die Verbreitung des Coronavirus zu begünstigen.

VIDEO: Schlachten ohne Leiharbeiter: Wie geht das? (3 Min)

Vion und Tönnies kündigen Änderungen an

Ende Juli hatte der Fleischkonzern Vion, der auch den Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) betreibt, angekündigt, in den Bereichen Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung ab Anfang 2021 keine Mitarbeiter mehr über Werkverträge von Subunternehmern beschäftigen zu wollen. Im Mai waren insgesamt mehr als 130 Mitarbeiter des Schlachthofs und einige ihrer Angehörigen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bundesarbeitsministerium bereitet Gesetz vor

Auch der Fleischverarbeiter Tönnies, der unter anderem einen Standort in Kellinghusen (Kreis Steinburg) betreibt, hatte im Juli angekündigt, alle Mitarbeiter bis Ende des Jahres direkt anstellen zu wollen. Das Bundesarbeitsministerium arbeitet im Moment an einem Gesetz, das die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie verbessern soll: Ab 2021 soll in Schlachthöfen kein Fremdpersonal mehr über Werkverträge eingesetzt werden dürfen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.08.2020 | 19:30 Uhr

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