Stand: 20.06.2020 16:35 Uhr

Fehmarnbelt-Querung: Muss Planung nachgebessert werden?

Der Bauantrag für den Fehmarnbelt-Tunnel muss eventuell überarbeitet werden. Das bestätigte Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) NDR Schleswig-Holstein. Das Umweltministerum habe Rohdaten einer Untersuchung zur Verfügung gestellt, demnach gibt es Hinweise auf bisher nicht bekannte Riffstrukturen auf der Trasse der festen Fehmarnbelt-Querung. Ein großes Problem sieht Rohlfs darin aber nicht. Denn wenn ein Fehler im Planfeststellungsverfahren sei, "dann wäre dies möglicherweise im Rahmen eines ergänzenden Verfahrens zu heilen. Dies scheint mir nach allem, was ich bisher gehört habe, auch möglich." Durch Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle sei dies zu kompensieren. Die zuständige dänische Projektfirma Femern AS hatte die streng geschützten Areale bisher nicht erwähnt. Zunächst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" über die neue Situation berichtet.

NABU hatte bereits 2019 Riffe entdeckt

Der NABU hatte bereits im vergangenen Mai Klage gegen den Ende 2018 erlassenen Planfeststellungsbeschluss vor dem Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Im September 2019 hatten die Naturschützer dann die Riffe vor Puttgarden entdeckt. Daraufhin veranlasste Umweltminister Albrecht (Grüne) die Untersuchungen, die dies nun bestätigten. Ob es zu zeitlichen Verzögerungen kommt, ist laut Rohlfs unklar. Das hinge vom Umfang des Heilungsverfahrens ab. "Da kann man sicherlich Zeit gewinnen, dadurch, dass man das parallel zum Gerichtsverfahren jetzt schon anschiebt", sagte Rohlfs. Die Dänen wollen laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" trotzdem im Januar kommenden Jahres mit dem Bau beginnen. Mit der Fertigstellung des 7,4-Milliarden-Euro-Projekts wird bereits jetzt nicht vor 2028 gerechnet.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.06.2020 | 08:00 Uhr

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