Stand: 11.03.2019 21:13 Uhr

Ex-Chef der "Soko Rocker" widerspricht Polizisten

Der ehemalige Leiter der "Soko Rocker" hat am Montag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) im Schleswig-Holsteinischen Landtag zur sogenannten Rocker-Affäre ausgesagt. Nachdem zwei Polizisten ihrem Vorgesetzten Aktenmanipulation und Mobbing vorgeworfen hatten, zeichnete ihr Ex-Chef Mathias E. ein anderes Bild.

Umgang mit Hinweis sorgt für Streit

E. berichtete dem PUA von den Konflikten im Landeskriminalamt rund um die Ermittlungen zur Rockerkriminalität und einen Messerangriff im Jahr 2010. Konkret ging es um den Hinweis eines Informanten im Zusammenhang mit dem Überfall im "Subway" Neumünster. Dieser Hinweis entlastete einen Tatverdächtigen - einen damals in Untersuchungshaft sitzenden Rocker. Der Umgang mit dieser Information hatte in der Vergangenheit immer wieder für Streit gesorgt.

"Weisungswidriges" Verhalten?

Mathias E. sagte nun am Montag, er habe die Verschriftlichung des entlastenden Hinweises durch den Sachbearbeiter abgelehnt. Um Leib und Leben des Informanten nicht zu gefährden, habe er stattdessen gedrängt, dass die für Quellen und V-Leute zuständige Abteilung dafür sorge, dass die Information in das Verfahren gelange. Ein Grundsatz der Polizeiarbeit sei, dass die Sachbearbeitung nicht wissen solle, wer die Quelle ist. Einer der Ermittler habe jedoch darauf beharrt, den Hinweis zu verschriftlichen und zu den Akten zu geben. Damit habe dieser Ermittler sich "weisungswidrig" verhalten, so E..

Gegen den Willen versetzt?

Die beiden Ermittler waren 2010 aus der "Soko Rocker" versetzt worden - nach eigener Darstellung gegen ihren Willen. Ihr ehemaliger Chef, Mathias E., sagte dagegen am Montag, einer der beiden Ermittler habe gesagt, er könne vor dem Hintergrund der Meinungsverschiedenheit nicht mehr in der "Soko Rocker" arbeiten.

PUA will mögliche Missstände in der Polizei aufklären

Der PUA will mögliche Missstände in der Polizei im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Rockerkriminalität aufklären. Es geht um Vorwürfe der Aktenmanipulation, der Unterdrückung von Beweismitteln und Mobbing. Ausgangspunkt war die polizeiliche Aufarbeitung des "Subway"-Verfahrens 2010.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.03.2019 | 17:00 Uhr

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