Zwei DLRG-Rettungsschwimmerinnen laufen die Ekcernförder Bucht entlang © NDR Foto: Sabrina Santoro

DLRG warnt vor Risiken beim Baden in Flüssen und Seen

Stand: 21.06.2021 12:42 Uhr

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Schleswig-Holstein warnt angesichts mehrerer tödlicher Badeunfälle in den vergangenen Tagen an Flüssen und Seen vor den Risiken beim Schwimmen in solchen Gewässern.

Die vergangenen Tagen waren sommerlich heiß. Viele Menschen hat es an die Strände und Badeseen gezogen. In einigen Fällen endete der Badeausflug tragisch. Im Einfelder See bei Neumünster ertrank eine 13-Jährige, in Müssen im Kreis Herzogtum Lauenburg ein 19-Jähriger. Bei Kollmar im Kreis Steinburg wird ein neun Jahre altes Mädchen weiter vermisst, nachdem es beim Elbstrand ins Wasser ging. Diese Fälle zeigen auch der DLRG, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist.

Strömung eine Gefahr in Flüssen

Unter anderem der vom Schiffsverkehr verursachte Sog und der Wellenschlag machten das Schwimmen in Flüssen in der Nähe von Schifffahrtswegen gefährlich, sagt der DLRG-Landesgeschäftsführer Thies Wolfhagen. Hinzu kommen unterschiedlich starke - und in der Elbe wegen der Tiede auch noch wechselnde - Strömungen. "Das macht es besonders gefährlich", warnt er. Wird der Schwimmende durch Strömung mitgerissen, empfiehlt Wolfhagen sich treiben zu lassen und nicht gegen an zu schwimmen, sondern zu versuchen, seitlich aus der Strömung zu kommen.

Mit Hindernisse in Seen unter Wasser rechnen

Wer sich seine Abkühlung im örtlichen Badesee holt, der sollte aufpassen, um was für einen See es sich handelt. "Bei Baggerseen oder bei Badeseen, kann es eben auch so sein, dass es am Uferbereich zunächst noch flach ist. Dann im tieferen Wasser, wo Abbruchkanten sind, wo es deutlich tiefer wird, ist man nicht vorbereitet und man muss plötzlich im Tiefen schwimmen", sagt Wolfhagen. Gerade für ungeübte Schwimmer sei es schwer, wenn sie plötzlich den Boden unter den Füßen verlören.

Videos
Eine Bild-Collage zum Thema DLRG. © picture alliance/dpa | Axel Heimken / NDR Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken / NDR
5 Min

DLRG - Die Lebensretter in Rotgelb

Die ehrenamtlichen Helfer wachen über Seen, Strände und Schwimmbäder. Wissenswertes über die Wasserretter. 5 Min

Außerdem muss laut DLRG mit Hindernissen unter Wasser wie Pflanzen gerechnet werden, die nicht immer von der Oberfläche aus zu sehen sind. Das Tauchen oder Schwimmen in einem Algenteppich könne zu Panik führen oder man könne sich darin verfangen, sagt Wolfhagen.

DLRG: Viele ungeübte Schwimmer unterwegs

Die Rettungsschwimmer merken gerade, dass auch die Corona-Lockdowns ihre Folgen haben können. "Die Menschen hatten keine Zeit im Winter oder in den letzten Monaten viel zu trainieren, viel zu schwimmen. Oftmals sind ungeübte Schwimmer unterwegs. Wir fordern sehr dazu auf, sich an den Badestellen zu informieren, wo die Gefahren sind", sagt Wolfhagen. Die DLRG empfiehlt deshalb immer gemeinsam in einem See schwimmen zu gehen.

Weitere Informationen
Die ehrenamtliche Rettungsschwimmerin Anneke und ihr Kollege Luca überwachen einen Badestrand an der Nordsee bei Schillig. © dpa/picture alliance Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Nachwuchsmangel bei der DLRG: Rettungstürme bleiben unbesetzt

Während der Corona-Pandemie blieben die Hallenbäder geschlossen, die DLRG konnte nicht ausbilden. mehr

Ein Kind mit blauer Taucherbrille unter Wasser. © photocase.de Foto: jockelo

Intensivkurse als Lösung für ausgefallenen Schwimmunterricht?

Wegen des anhaltenden Corona-Lockdowns kann nach Verbandsangaben ein ganzer Jahrgang - rund 20.000 Kinder - nicht schwimmen lernen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.06.2021 | 13:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Mitarbeiter vom THW steht vor der Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Helfer vom THW: "So etwas in 20 Jahren noch nicht gesehen"

Jesko Jachens ist mit Kameraden vom Technischen Hilfswerk aus Preetz ins Hochwassergebiet gereist. Was ihn da erwartet hat, hat ihn erschüttert. mehr

Videos