Stand: 21.09.2020 15:56 Uhr

Keine weitere Unterstützung für Hotels und Gastronomie

Das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein hat Forderungen nach mehr Unterstützung für die Hotel- und Gastronomiebranche zurückgewiesen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte die Politik angesichts der Corona-Krise und sinkender Urlauberzahlen um mehr finanzielle Hilfe für die Beschäftigten gebeten.

Wirtschaftsminister Buchholz setzt auf Weitsichtigkeit der Betriebe

Mit Kurzarbeitergeld, Überbrückungsgeld und Krediten von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten Bund und Land nach Ansicht des Ministeriums bereits ausreichend finanzielle Unterstützungsangebote, so ein Sprecher. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) geht davon aus, dass die Betriebe - mit Blick auf den Fachkräftemangel - sich mit den Überbrückungshilfen so aufstellen, dass sie ihre Mitarbeiter weiter beschäftigen können.

Mehr Unterstützung wegen Einbruch des Tourismus gefordert

Die Gewerkschaft hatte ihre Forderung nach mehr Unterstützung unter anderem mit den jüngsten Zahlen der Tourismus-Statistik begründet. Nach Zahlen des Statistikamtes Nord sind die kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein in diesem Jahr deutlich seltener von Urlaubern besucht worden als im Vorjahr. In Lübeck ist die Zahl der Ankünfte in den ersten sechs Monaten um 48 Prozent, in Neumünster um 51 Prozent, in Kiel um 54 Prozent und in Flensburg um fast 56 Prozent zurückgegangen.

Ein Mann baut Tische und Stühle in einem Gartenlokal auf. © picture alliance Foto: Marcus Brandt

AUDIO: Dramatische Folgen für Mitarbeiter der Gastronomie (1 Min)

Mitarbeiter sollten von finanzieller Hilfe etwas abbekommen

Der Corona-bedingte Einbruch im Tourismus in Schleswig-Holstein hat laut NGG gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigten in der Gastronomie. "Für die Mitarbeiter hat das natürlich dramatische Folgen, weil wir einen hohen Anteil an Kolleginnen und Kollegen haben, die in Kurzarbeit sind. Wenn sie das dann netto runterrechnen, liegen sie in den ersten Monaten bei 800 Euro. Das ist eine ganz klare wirtschaftliche Frage, ob man damit zurechtkommt oder nicht", sagte Finn Petersen von der NGG.

Petersen hatte gefordert, dass die Beschäftigten der Gastronomie-Branche von der Politik stärker finanziell unterstützt werden. Die finanzielle Hilfe für die Betriebe müsse davon abhängig gemacht werden, ob auch die Mitarbeiter davon etwas abbekommen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.09.2020 | 15:00 Uhr

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