Das Flensburger Amtsgericht. © NDR

Cannabis-Prozess: Hauptangeklagter muss neun Jahre ins Gefängnis

Stand: 03.02.2021 05:00 Uhr

Im Mammut-Prozess um den bandenmäßigen Anbau und Handel von Cannabis in Flensburg und Umgebung ist am Mittwoch am Landgericht das Urteil gegen den Hauptangeklagten gefallen. Er muss lange ins Gefängnis.

Das Landgericht Flensburg verurteilte den Mann wegen des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Cannabis zu einer Haftstrafe von neun Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre für den Hauptangeklagten gefordert, die beiden Verteidiger sprachen sich für die Einstellung des Verfahrens bzw. eine maximale Haft von drei Jahren und elf Monaten aus.

Mittäter in die Aufzucht eingewiesen

Der Mann muss laut Gericht außerdem die Summe zurückzahlen, die er aus dem Anbau und Handel mit den Drogen erzielt hatte - mehr als eine Million Euro. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte die Cannabis-Pflanzen angebaut und seine Mittäter in die Aufzucht eingewiesen hatte. Strafmildernd wurde ihm unter anderem die lange Verfahrensdauer angerechnet. Das Verfahren gegen den Hauptangeklagten wurde kurz vor Ende des Hauptprozesses abgetrennt - wegen einer schweren Krankheit des Angeklagten.

Mehr als zwei Jahre Verhandlung

Am 19. Januar hatte das Flensburger Landgericht nach mehr als zwei Jahren Verhandlung drei der zehn Angeklagten verurteilt - zu Haftstrafen von zwei Jahren und zehn Monaten, vier Jahren und zehn Monaten sowie sechs Jahren. Sechs Angeklagte erhielten Strafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren ausgesetzt auf Bewährung. Fünf Angeklagte haben Plantagen betrieben - etwa in einer Garage oder dem Dachboden - und insgesamt Hunderte Kilogramm Cannabis geerntet. Ein Angeklagter wurde wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln zu sechs Monaten Haft ausgesetzt auf Bewährung verurteilt. Einer der beiden Hauptangeklagten wurde zudem freigesprochen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.02.2021 | 06:00 Uhr

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