Stand: 16.10.2019 14:39 Uhr

Bombe nahe Heider Raffinerie entschärft

Die Experten vom Kampfmittelräumdienst haben in Lieth bei Heide (Kreis Dithmarschen) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich gemacht. Die Bombe lag in etwa drei Metern Tiefe unter einem Feldweg direkt neben einer Erdöl-Raffinerie. Seit Montag hatten Arbeiter das Gelände für die Entschärfung vorbereitet.

Bombe lag unter dem Werkszaun

Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes hätten den Blindgänger auf alten Luftbildern entdeckt, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Itzehoe im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Es handelte sich um eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe. Direkt neben dem Fundort am Sicherheitszaun des Werkes befindet sich das Lager der Raffinerie mit etwa 50 großen Tanks. Das Unternehmen produziert nach eigenen Angaben unter anderem Flüssiggas, Treibstoffe für Autos und Flugzeuge, Heizöl und Bitumen.

Etwa 150 Anwohner mussten Häuser verlassen

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Arbeiter hatten zum Schutz der Raffinerie einen Sandwall aufgeschüttet.

Um die Anlagen und die Häuser in Lieth zu schützen, wurde ein Sandwall aufgeschüttet. Etwa 150 Dorfbewohner mussten vorsichtshalber ihre Wohnungen verlassen. Sie waren zuvor mit Handzetteln informiert worden. Die nahe gelegene Bundesstraße 5 in Hemmingstedt, die Autobahn 23 und die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt befanden sich außerhalb des Sperrbereichs und blieben befahrbar während der Entschärfung befahrbar.

Ziel von Luftangriffen

Die Raffinerie wurde nach Angaben des jetzigen Betreibers 1944 durch mehrere Luftangriffe zerstört. 1947 begann der Wiederaufbau. Seit Jahrzehnten wurde rund um das Werk nach Angaben von Lieths Bürgermeister Reimer Witt kein Blindgänger gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.10.2019 | 15:00 Uhr

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