Stand: 02.07.2020 11:13 Uhr

Batterieforschung: Land fördert Projekt der Uni Kiel

Damit die Energiewende in Deutschland gelingen kann, braucht es - da sind sich Experten einig - innovative Batterie- und Speichertechnologien. Zum Beispiel für E-Autos. Denn gerade bei der Elektromobilität fehlen bislang noch Akkus, die nachhaltig produziert werden und eine längere Reichweite ermöglichen. Schleswig-Holstein fördert nun ein Projekt der Uni Kiel zur Batterieforschung mit knapp zwei Millionen Euro. Darin sollen Materialforscher und Leistungselektroniker eng zusammen arbeiten, um mögliche Batterie-Materialien direkt testen zu können.

Günther: "Rückenwind für Energie- und Mobilitätswende"

Mit dem Geld soll ein Labor zur Entwicklung und Erprobung innovativer Batteriesysteme für intelligente Netze und Elektromobilität ausgestattet werden. Auch regionalen Unternehmen soll die Möglichkeit gegeben werden, in dem Labor Technologien zu entwickeln. "Die Energie- und Mobilitätswende erhält damit noch einmal zusätzlichen Rückenwind", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) heute bei der Übergabe des Förderbescheids.

Wissenschaftler aus Kiel als Vorreiter?

Die Arbeit der Kieler Wissenschaftler sei ein Baustein, mit dem das Land beim Thema Batterieforschung eine deutschlandweit führende Rolle einnehmen könnte, hofft Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH). Er bedauert, dass Itzehoe (Kreis Steinburg ) im vergangenen Jahr bei der bundesweiten Vergabe für ein Batterieforschungszentrum leer ausging.

Der Zuschlag als Hauptforschungsstandort ging damals an Münster (Nordrhein-Westfalen), während Ulm, Karlsruhe (beide Baden-Württemberg), Augsburg (Bayern) und Salzgitter (Niedersachsen) als Standorte für einzelne Aspekte der Forschung ausgewählt wurden und einen Teil der Forschungsgelder, insgesamt 500 Millionen Euro, erhielten.

Bösche: SH bei Batterieforschung gut aufgestellt

Dank vieler Forschungs- und Entwicklungsstandorte sieht Bösche Schleswig-Holstein trotzdem gut aufgestellt. Aus seiner Sicht kann die Batterieforschung zahlreiche Arbeitsplätze schaffen, wenn Unternehmen durch länger laufende Akkus zum Beispiel wettbewerbsfähiger werden. Zudem sei es besonders im Norden wichtig, überschüssigen Strom aus Windenergie besser speichern zu können und intelligente Stromnetze zu schaffen, so Bösche.

Weitere Informationen
Mehrere Windkraftanlagen stehen auf Feldern, eine Anlage ist dicht zu sehen. © Nordex AG

Windenergie-Ausbau: Weitere Anhörungsrunde geplant

Innenministerin Sütterlin-Waack hat den aktuellen Stand der Planung für den Windkraftausbau in SH vorgestellt. Für fünf Prozent der Windkraftflächen soll es eine vierte Anhörungsrunde geben. mehr

Elektroauto an der Ladestation. © fotolia Foto: estations

Wie steht es um die E-Mobilität?

Elektroautos sind in Deutschland noch lange nicht die Regel. Die Bundesregierung will die E-Mobilität bis 2030 unter anderem mit dem Umweltbonus kräftig vorantreiben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.07.2020 | 08:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Eine alte schwarz-weiße Aufnahme zeigt Stenotypistin des KZ Außenlagers Stutthof Irmgard F in ihren jungen Jahren. © NDR

Die Schreibtischtäterin: Auf den Spuren der KZ-Sekretärin Irmgard F.

Die heute 95-Jährige muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 10.000 Fällen verantworten. mehr

Videos