Sendedatum: 28.08.2013 23:20 Uhr  - ZAPP  | Archiv

Artikeltausch im deutsch-dänischen Grenzgebiet

"Wir haben nur dann eine Zukunft, wenn wir Qualität liefern. Und Qualität bedeutet, dass man die Ressourcen bündelt", sagt Stefan Richter, Chefredakteur im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ). Es mache keinen Sinn, dass in Dänemark deutsche Kollegen Themen recherchierten, von denen sie naturgemäß weniger Ahnung hätten. Aus wirtschaftlichen Gründen kann der SHZ kein Korrespondenten-Netz in Süddänemark aufbauen. Dabei gibt es eine interessierte Leserschaft: 50.000 Dänen leben im Norden Schleswig-Holsteins. Und viele pendeln täglich über die Grenze, um hier zu arbeiten oder einzukaufen. Genauso pendeln Deutsche nach Süddänemark.

VIDEO: Artikeltausch im deutsch-dänischen Grenzgebiet ( Min)

Vier Zeitungen im deutsch-dänischen Grenzgebiet haben jetzt eine bisher einmalige Zusammenarbeit ins Leben gerufen: Sie tauschen Artikel und Themen, ohne dafür zu bezahlen. Die dänische Regionalzeitung "Jyske Vestkysten" beliefert den SHZ und "Flensborg Avis", die Zeitung für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein. Der SHZ versorgt im Gegenzug "Jyske Vestkysten" und den "Der Nordschleswiger", die Zeitung für die deutsche Minderheit in Dänemark, mit eigenen Geschichten und Recherchen. Und alle hoffen, mehr Leser, aber auch mehr Anzeigenkunden zu gewinnen.

SHZ-Verlag - Im SHZ sind 14 unterschiedliche Zeitungstitel vom großen "Flensburger Tageblatt" bis zum kleinen "Insel-Boten" organisiert. Der Verlag ist zu 100 Prozent Tochter der medien holding nord mit Sitz in Flensburg. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag setzt auch zunehmend auf das Onlinegeschäft: Knapp 18.00 Exemplare gehen derzeit schon als ePaper an die Leser. Zum Vergleich: Die "Süddeutsche Zeitung" liegt mit knapp 20.000 ePaper-Exemplaren nur gering darüber.

"Jydske Vestkysten" - Regionalzeitung im Süden Dänemarks mit Hauptsitz in Esbjerg. In den vergangenen Jahren erlitt die Zeitung einen massiven Auflagenschwund und liegt nun bei etwa 51.000 Exemplaren, obwohl sie in der Region fast eine Monopolstellung hat. Lediglich "Der Nordschleswiger" erscheint in der gleichen Region. Auch "Jydske Vestkysten" versucht, durch das Internetgeschäft zu verdienen. Vom Herbst an ist eine Paywall angedacht.

"Der Nordschleswiger" - Zeitung für die deutsche Minderheit in Dänemark, publiziert in deutscher Sprache. Die Zeitung wird nach eigenen Angaben zu knapp zwei Dritteln mit Subventionen aus Deutschland finanziert, d.h. über die Minderheitenförderung des Bundes. Der Rest sind Eigenmittel. Die Auflage liegt lediglich bei etwa 2.300 Stück. Trotzdem wird die Zeitung in Dänemark als publizistisches Organ wahrgenommen und gerade bei Fragen, die Deutschland betreffen, zitiert oder angefragt. 

"Flensborg Avis" - Zeitung für die dänische Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins, publiziert vorwiegend in dänischer Sprache. Auflage etwa 5.300 Stück. "Flensborg Avis" ist als Aktiengesellschaft organisiert, wird aber vom dänischen Staat bezuschusst.

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ZAPP | 28.08.2013 | 23:20 Uhr

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