Albrecht: Papierformulare im Norden bald Vergangenheit

Stand: 10.09.2021 16:03 Uhr

Bis Ende 2022 sollen Schleswig-Holsteiner die Änderung ihrer Wohnadresse und die meisten anderen Verwaltungsangelegenheiten online erledigen können.

Bis Ende kommenden Jahres sollen alle Behörden in Schleswig-Holstein ihre Leistungen auch digital anbieten. Die rechtliche Grundlage dafür hat das Kabinett am Freitag gelegt und dem neuen Digitalisierungsgesetz zugestimmt. "Unterschriebene Papierformulare und Bescheide werden bald der Vergangenheit angehören", sagte Digitalisierungsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Er sprach von einem "komplett neuen Zeitalter der Verwaltung". Zuvor hatte die Landesregierung am Dienstag den Entwurf des neuen Digitalisierungsgesetzes auf den Weg gebracht.

Chat-Bots: Automatisierte Kommunikation

Die Kommunikation zwischen Bürger und Amt soll automatisiert werden. Chat-Bots sollen Bürgern online Hilfestellung leisten, bei Bedarf aber weiter auch Verwaltungsmitarbeiter ansprechbar sein. Laut Albrecht soll es ein Portal geben, über das alle Leistungen abgerufen werden können. Es soll für alle Verwaltungen und Kommunen gleich sein. Damit soll eine vernetzte Verwaltung untereinander ermöglicht werden, auf die die Bürger über das Portal zugreifen können. Für alle Bereiche der Verwaltung wird das allerdings nicht gelten. Eine Ausnahme sind etwa Ausweisdokumente, die müssen weiter persönlich übergeben werden.

VIDEO: Minister Albrecht stellt Digitalisierungsgesetz vor (1 Min)

Das Gesetz ermöglicht zudem den Einsatz von künstlicher Intelligenz, beispielsweise für voll automatisierte Steuer- oder Versicherungsbescheide. "Künstliche Intelligenz in der Verwaltung gibt es - nach meiner Einschätzung - bislang nirgendwo in Europa", sagte Albrecht. Schleswig-Holstein nehme dabei eine Vorreiterrolle ein.

Hohe Kosten - Stellen sollen nicht wegfallen

Die Landesregierung investiert jährlich jetzt bereits 270 Millionen Euro in die Digitalisierung. Künftig seien Investitionen in ähnlicher Höhe nötig, sagte Albrecht. Die Kontrolle und Verantwortung der Menschen für das Verwaltungshandeln soll aber erhalten bleiben. Albrecht geht nicht davon aus, dass im Zuge der Digitalisierung Stellen wegfallen. "Wir können uns über zu wenig Arbeit in der Verwaltung nicht beklagen." Er erhofft sich stattdessen den Wegfall von Doppelarbeiten.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 10.09.2021 | 19:30 Uhr

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