Stand: 26.02.2018 18:55 Uhr

Airport Lübeck: Betreiber darf auf Ausbau hoffen

Nach jahrelangem Streit um den Ausbau des Lübecker Flughafens will das Oberverwaltungsgericht Schleswig am Dienstag das Urteil verkünden. Flughafen-Chef Jürgen Friedel zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der gut achtstündigen Verhandlung am Montag. Das Gericht wies alle Beweisanträge der klagenden Gemeinde Groß Grönau (Kreis Herzogtum Lauenburg) ab. Deshalb rechnet Friedel mit einer positiven Entscheidung der Richter für den Ausbau der Start- und Landebahn. Zwar soll es offenbar auch Nachbesserungen für die Gemeinde beim Nachtflugverbot geben, aber damit könne er leben, sagte Friedel NDR 1 Welle Nord. Groß Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf (SPD) sagte, er sei enttäuscht - besonders darüber, dass die Richter keine ausreichende Beeinträchtigung der Gemeinde durch den geplanten Ausbau sehen. Seine Gemeinde hatte eine von drei Klagen gegen das Projekt eingereicht.

Gemeinde befürchtet Lärmbelastung

2009 genehmigte das Land den Ausbau des Lübecker Flughafens. Doch wegen der Klagen liegt der Ausbau auf Eis. Die Gemeinde Groß Grönau sieht ihr Recht auf kommunale Selbstverwaltung durch den Flughaufenausbau gefährdet. Laut Bürgermeister Graf befürchtet die Gemeinde vor allem die steigende Lärmbelastung. Es wird von 3,5 Millionen Passagieren im Jahr ausgegangen. Das soll auf Wunsch der Gemeinde deutlich nach unten korrigiert werden.

Wechselnde Besitzer: Verfahren ruht

Obwohl die Gemeinde, die Schutzgemeinschaft gegen den Fluglärm und zwei Bürger gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt hatten, genehmigte das Oberverwaltungsgericht 2011 in einem Eilverfahren den Teilausbau des Flughafens. Das Hauptverfahren hingegen ruhte sieben Jahre lang, unter anderem weil die Flughafenbetreiber mehrmals wechselten. Zuletzt kaufte der in Groß Grönau ortsansässige Unternehmer Winfried Stöcker den Flughafen im Sommer 2016.

Bessere Wettbewerbssituation

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Kläger Eckhardt Graf (links) verfolgt am Montag in Schleswig die mündliche Verhandlung.

Die Flughafengeschäftsführung hält an den Ausbauplänen fest. Dadurch werde sich die Wettbewerbssituation des Lübecker Flughafens spürbar verbessern, betonte die Geschäftsführung. Flughafensprecherin Stefanie Eggers hatte im Vorfeld der Verhandlung in Schleswig erklärt: "Wir schauen erwartungsvoll auf die mündliche Verhandlung zwischen dem Land und der Gemeinde Groß Grönau und hoffen, die Verfahren kurzfristig abschließen zu können und mit der Entscheidung endlich die Zukunft anzupacken." Groß Grönaus Bürgermeister Graf hat bereits im Januar angekündigt, bis zum Bundesverwaltungsgericht zu gehen, falls die Gemeinde beim Oberverwaltungsgericht unterliegen sollte. Die Schleswiger Richter wollen ihr Urteil am Dienstagnachmittag verkünden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.02.2018 | 19:00 Uhr

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