Stand: 29.04.2017 10:11 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

800 Raupen sollen den Scheckenfalter retten

Zwei Mitarbeiter der Stiftung Naturschutz haben etwa 800 Raupen bei Lütjenholm (Kreis Nordfriesland) ausgesetzt. Die Krabbeltiere haben eine wichtige Aufgabe: Sie sollen ihre Art retten, den Goldenen Scheckenfalter. Weil der Lebensraum für die Tiere immer knapper wird, sind sie europaweit vom Aussterben bedroht.

"Wir brauchen nährstoffarme Flächen"

Ausgesetzt wurden die Raupen nicht irgendwo, sondern in einem Gelände, das die Stiftung Naturschutz extra für die Tiere hergerichtet hat. Und zwar indem die Mitarbeiter dort vor knapp fünf Jahren 16 Hektar Nadelbäume fällen ließen, damit hier Heide, Wiese und Magerrasen entstehen konnten. "Wir brauchen nährstoffarme Flächen, damit wir konkurrenzschwachen Arten, die Licht und Sonne brauchen, genug Platz am Boden schaffen", erklärt Antje Walter von der Stiftung Naturschutz.

3,3 Millionen Euro

Raupen des Goldenen Scheckenfalters krabbeln von einer Hand auf Erde. © NDR
Wenn alles nach Plan läuft, dann werden aus den Raupen im Sommer Goldene Scheckenfalter.

Als Ausgleich pflanzten Antje Walter und ihre Kollegen Laubwald an anderer Stelle. Trotzdem gab es damals viel Kritik. Der Aufwand sei unverhältnismäßig, hieß es. Die ohnehin waldarme Gegend würde durch die Fällaktion noch karger. Und die 3,3 Millionen Euro, die Antje Walter und ihre Kollegen für acht Jahre für ihr Projekt erhielten, sahen viele als Geldverschwendung.

Gräser und Büsche klein halten

Die Fläche, auf der sich die 800 Raupen nun zum Goldenen Scheckenfalter entwickeln sollen, muss auch weiter gepflegt werden: Blumen müssen angepflanzt, Gräser und Büsche klein gehalten werden. Letzteres erledigen in Lütjenholm Galloway-Rinder. Und wenn alles läuft, wie es sich die Stiftung Naturschutz wünscht, dann fliegen hier im Sommer jede Menge Goldene Scheckenfalter.

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Schleswig-Holstein Magazin | 27.04.2017 | 19:30 Uhr

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