Stand: 09.08.2019 07:12 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

340.000 Mal geblitzt: Mehr Bußgelder in SH

von Kevin Bieler

Sie stehen hinter Büschen und Leitplanken am Fahrbahnrand oder getarnt als Anhänger auf der Autobahn: Blitzer. Nach vorläufigen Zahlen der Landespolizei haben Blitzer und Kontrolleure in Schleswig-Holstein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres knapp 340.000 Mal zugeschlagen. Das sind etwa 24.000 Fälle mehr als zur selben Zeit vor einem Jahr. In den meisten Fällen bleibt es nach Angaben der Landespolizei bei Verwarnungen. Etwa 42.000 mal mussten Autofahrer Bußgelder zahlen. Wie hoch die Summe ist, lässt sich nicht sagen, da jede Kommune die Gelder für sich eintreibt und nicht alle ihre Zahlen offenlegen.

Ein einziger Blitzer schlug rund 30.000 Mal zu

Der Grund für den Anstieg hat mit dem High-Tech-Blitzeranhänger zu tun. Die Polizei stellte das Gerät unter anderem auf der A7 bei Neumünster-Mitte, vor Schnelsen-Nord und auf der A1 bei Ratekau in Baustellen auf. Knapp 30.000 Mal erwischte der Anhänger zu schnelle Autofahrer - und das innerhalb von drei Monaten. Das mehrere 10.000 Euro teure Gerät ist mittlerweile abgebaut. Die Polizei hatte den Anhänger in Schleswig-Holstein für drei Monate zur Probe aufgestellt. Ob er ein Comeback erlebt, ist noch nicht bekannt. Ohne ihn wären die Blitzerzahlen im Land laut Landespolizei sogar gesunken.

Rückgang in den großen Städten

In den größten Städten Schleswig-Holsteins wurden hingegen weniger Raser gezählt. Kiel zählte bis Ende Mai etwa 68.000 Geschwindigkeitsverstöße. Das sind rund 8.000 weniger als in den ersten fünf Monaten 2018. Das hat laut Kieler Stadtverwaltung mehrere Gründe: Baustellen sorgen dafür, dass Autofahrer eher auf die Bremse treten. Auch geringere die Anzahl der Kontrollen spielt eine Rolle. Außerdem fahren die Autofahrer insgesamt langsamer, heißt es von der Stadt.

Auch Dänen müssen jetzt zahlen

Flensburg spürt den Rückgang durch geringere Bußgeldeinnahmen. So hat die Stadt 2018 etwa 1,6 Millionen Euro durch Raser eingenommen. In diesem Jahr werde wohl weniger verdient, so ein Stadtsprecher. Immer wieder hatte es technische Probleme mit den mobilen Blitzern gegeben. Außerdem kämpfte die Belegschaft mit Personalengpässen wegen Krankheit. Mittelfristig hofft die Grenzstadt hingegen wieder auf mehr Einnahmen. Der Grund: Seit Anfang Juli können auch Bußgeldbescheide an dänische Fahrzeughalter geschickt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 09.08.2019 | 08:00 Uhr

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