Stand: 18.09.2018 19:58 Uhr

1.000 Euro für zwei Zimmer häufig "nicht machbar"

Die einen bevorzugen die Stille auf dem Dorf, die anderen den Trubel der Stadt. Die einen mögen Blümchentapete, andere wollen es puristisch. Wohnen ist etwas ganz Persönliches. Die Frage lautet aber zunehmend nicht mehr: Was habe ich für ein Dach überm Kopf? Sondern: Habe ich überhaupt eins? Laut Mieterbund fehlen in Schleswig-Holstein bis 2030 mehr als 150.000 Mietwohnungen. Im Süden des nördlichsten Bundeslandes wird das Problem besonders deutlich. "Wenn man für eine Zwei-Zimmer-Wohung 900 bis 1.000 Euro bezahlt, ist das für den Normalverdiener nicht machbar", sagt die Sachbearbeiterin für Wohnraumbeschaffung der Stadt Norderstedt, Katrin Fasel. Die Stadt im Kreis Segeberg mit ihren knapp 80.000 Einwohnern ist ein Beispiel für mangelnden bezahlbaren Wohnraum. "Bei uns steigt die Obdachlosigkeit", sagt Fasel.

Wohnhaus.

Kaum Chancen auf bezahlbaren Wohnraum

Schleswig-Holstein Magazin -

Viele Hamburger kaufen angesichts hoher Preise in der Stadt Wohneigentum im Umland - das verschärft in Südholstein die Lage. Was muss für bezahlbaren Wohnraum geschehen?

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Norderstedt: Zehn Euro pro Quadratmeter

Pro Quadratmeter zahlen Mieter in Norderstedt im Schnitt etwa zehn Euro Kaltmiete - drei Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Es entstehe ja Wohnraum in Norderstedt, sagen Mietervereine und Sozialverbände - aber zu wenig und, wenn, der falsche. Der Wohnungsmarkt verschärft sich vor allem auch deshalb, weil Sozialwohnungen gebunden sind an eine bestimmte Miete für eine bestimmte Zeit. Anschließend können die Mieten steigen. Für Norderstedt heißt das im kommenden Jahr: 280 Sozialwohnungen fallen weg, nur 75 neue entstehen. Insgesamt fehlen der Stadt nach Angaben von Sozialverbänden bis zu 4.500 Sozialwohnungen.

In Uetersen ist auch der letzte Fleck bebaut

Ein weiteres Beispiel: Uetersen im Kreis Pinneberg. In der 18.000-Einwohner-Stadt entsteht Wohnraum - allerdings nur Eigentumswohnungen, die sich viele Menschen nicht leisten können. Der Quadratmeterpreis liegt bei 2.700 Euro - laut Landesbausparkasse (LBS) einer der teuersten im Umland. Und das, obwohl Uetersen gut 30 Kilometer von der Hamburger Innenstadt entfernt ist. Pendler müssen von hier aus eine dreiviertel Stunde fahren. Eigene Bauflächen hat Uetersen nicht mehr. Den ohnehin schon angespannten Wohnungsmarkt mitgestalten, kann die Stadt so nicht. Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) sieht die Landesregierung in der Pflicht, den Markt zu regulieren.

Grote: Mietpreisbremse "nicht das richtige Instrument"

Für Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) ist die Versorgung der Menschen mit bezahlbarem Wohnraum "eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit". Die Mietpreisbremse sei für die Landesregierung allerdings "nicht das richtige Instrument", sagt Grote und verweist auf den Koalitionsvertrag der "Jamaika"-Koalition. Anders sieht das der Deutsche Mieterbund. Man müsse nur Bußgelder gegen jene verhängen, die die Mietpreisbremse ignorieren.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.09.2018 | 19:30 Uhr

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