Stand: 12.10.2018 14:53 Uhr

Verliert Schlachthof in Bad Iburg EU-Zulassung?

Nachdem der Landkreis Osnabrück einen Schlachthof in Bad Iburg stillgelegt hat, überprüft nun das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) die EU-Zulassung des Betriebes. Dazu werde auch eine Anhörung vorbereitet, so eine Sprecherin des LAVES am Freitag. Der Schlachthof war Anfang der Woche geschlossen worden - zunächst bis 23. Oktober. Der Verdacht: Es soll dort massive Verstöße gegen das Tierschutz- und Fleischhygienerecht gegeben haben.

Eine Kuh die aus dem Transpoter gezogen wird.

Schlachthof in Bad Iburg vorerst stillgelegt

Hallo Niedersachsen -

In einem Schlachthof in Bad Iburg soll es Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gegeben haben. Er wurde vorläufig geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Unternehmen bestreitet Vorwürfe - und verweist auf Tierärzte

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte am Donnerstag Ermittlungen gegen namentlich noch nicht bekannte Mitarbeiter des Schlachthofes. In diesem Zusammenhang seien am Mittwoch die Geschäfts- und Produktionsräume der Firma durchsucht worden. Die dabei gesicherten Beweismittel würden nun ausgewertet. Ein Anwalt des Unternehmens verwies in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) auf den amtlichen Tierarzt, der täglich anwesend sei und den Gesundheitszustand der Tiere kontrolliere.

Landkreis beendet Kooperation mit Veterinären

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Meyer fordert Nachbesserung bei den Kontrollen

Christian Meyer (Grüne) sieht massive Probleme bei den Kontrollen in den Schlachthöfen. Es könne nicht sein, dass "Billigfleisch um jeden Preis" erzeugt werde. Video (00:35 min)

Der Schlachtbetrieb wurde von Tierärzten überwacht, die nebenberuflich für den Landkreis arbeiten. Der Landkreis hat die Zusammenarbeit mit diesen Tierärzten nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen mittlerweile beendet. Der betreffende Schlachthof ist nach Angaben des Landkreises zuvor nicht wegen Tierschutzverstößen aufgefallen. Aufmerksam geworden waren die Behörden durch Filmaufnahmen, die eine Tierschutzorganisation, die "SOKO Tierschutz", zunächst dem Magazin "Stern" und dann Landkreis und Landwirtschaftsministerium zugespielt hatte. Auch diese Aufnahmen würden von Ermittlern nun ausgewertet.

Otte-Kinast: "Fürchterliche Bilder"

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Otte-Kinast: "Solche Bilder gehören nicht dazu"

Nach den Vorwürfen gegen einen Schlachtbetrieb im Emsland sieht Agrarminiseterin Barbara Otte-Kinast (CDU) das Vertrauen in die Branche in Gefahr. Sie fordert strafrechtliche Konsequenzen. Video (00:36 min)

"Das sind fürchterliche Bilder, die niemand sehen will", sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. "Ich stelle mir die Frage, warum solche fürchterlichen Zustände nicht intern gemeldet wurden." Dazu habe jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, auch anonym. "Ich verurteile es aufs Schärfste, dass niemand den Mut hatte, so etwas zu melden", sagte Otte-Kinast. Wer solche Zustände dulde, dürfe sich nicht wundern, wenn die Landwirtschaft Probleme mit der gesellschaftlichen Akzeptanz bekomme.

Mit Seilwinden vom Anhänger

Nach Angaben eines Landkreissprechers sind auf dem von "SOKO Tierschutz" gefilmten Material massive Verstöße gegen den Tierschutz zu sehen. Die Aufnahmen zeigen demnach, wie kaum transportfähige Rinder mit Seilwinden vom Anhänger gezogen werden. Man habe den Sachverhalt aufgrund der detaillierten Darstellungen noch am selben Abend an die Polizei weitergeleitet, hieß es aus dem Ministerium. Am Dienstagmorgen habe die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Landwirtschaftsstrafsachen in Oldenburg dann die Ermittlungen übernommen.

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Landvolk: "Solche Bilder sind nicht zu entschuldigen"

Niedersachsens Landvolk-Präsident Albert Schulte to Brinke reagierte entsetzt über die mutmaßlichen Verstöße gegen den Tierschutz. "Solche Bilder darf es nicht geben, sie sind nicht zu entschuldigen", sagte er der "NOZ". Die SPD-Fraktion im Landtag spricht sogar von einem "handfesten Skandal", sollten die Vorwürfe stimmen. Die Schließung des Schlachthofs und die Freistellung der Veterinäre seien richtig.

Grünen-Politiker fordert Konsequenzen

"Es ist unvorstellbar und grausam, wie hier mitten in Deutschland auf einem Schlachthof mit Lebewesen umgegangen wird", sagte der Grünen-Abgeordnete Christian Meyer, bis 2017 selbst niedersächsischer Landwirtschaftsminister, im Gespräch mit Hallo Niedersachsen. "Offenbar schwer kranke, angeschlagene Rinder wurden dort anscheinend zu Wurst und Fleisch verarbeitet. Was ist mit den amtlichen Veterinären? Die müssten das ja eigentlich mitbekommen haben." Auch die Mitarbeiter seien offenbar monatelang untätig geblieben. Meyer fordert mehr Überwachung, möglicherweise gar durch Landesbeamte, sowie harte Konsequenzen und Strafen für die Verantwortlichen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 11.10.2018 | 19:30 Uhr

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