Stand: 11.12.2019 15:56 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Tod von Elke Sandker: Angeklagter schweigt

Das Landgericht Osnabrück hat am Mittwoch den Prozess um einen gewaltsamen Todesfall aus dem Jahr 1995 verhandelt. Damals wurde die 24-jährige Elke Sandker in Sögel (Landkreis Emsland) auf einem Feld erdrosselt. Ein aktueller DNA-Abgleich führte die Polizei im vergangenen Sommer auf die Spur eines heute 65-Jährigen aus Freren. Er muss sich nun wegen Mordes verantworten. Am Mittwoch schwieg er vor Gericht. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant bestreite, dass er die Frau getötet hat. Er gebe aber zu, sie gekannt und auch berührt zu haben. Die DNA-Spuren stammten von ihm.

Mordfall Sandker: Anklage nach 24 Jahren

Hallo Niedersachsen -

Ein heute 65-jähriger Mann muss sich vor Gericht wegen Mordes an Elke Sandker im Jahr 1995 verantworten. Ein aktueller DNA-Abgleich führte auf die Spur des Angeklagten.

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"Aus Angst vor Entdeckung erdrosselt"

Die Mutter und der Bruder des Opfers treten als Nebenkläger auf. Am Mittwoch saßen sie nicht im Gerichtssaal. Der Ablauf der Tat soll im Verfahren rekonstruiert werden, was für die Familienangehörigen besonders schmerzhaft sein dürfte. "Dem Angeklagten wird vorgeworfen, dass er in einer Sommernacht vor rund 25 Jahren auf das spätere Opfer gestoßen ist. Er soll dann versucht haben, sie auf einer Landstraße zu vergewaltigen", sagte Gerichtssprecher Christoph Sliwka. "Sie soll dann von ihm losgekommen sein und sich auch gewehrt haben. Daraufhin soll er den Vergewaltigungsversuch aufgegeben haben. Er soll sie aber aus Angst vor Entdeckung erdrosselt haben", so Sliwka weiter. Eine Gefängnisstrafe droht dem Mann aus Freren nur, wenn er wegen Mordes an Sandker schuldig gesprochen wird. Sollte das Gericht den Fall als Totschlag einstufen, wäre der Fall verjährt.

Zwölf Verhandlungstermine angesetzt

Nach einem Kirmesbesuch mit Freunden war die Rechtsanwaltsgehilfin im Sommer 1995 am folgenden Morgen erdrosselt auf einem Stoppelfeld gefunden worden. Anfang 2018 hatte eine Mordkommission den Fall neu aufgerollt, nachdem es gelungen war, DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers zu sichern. Bereits damals wurden mögliche Verdächtigte um eine DNA-Probe gebeten. Nach der erneuten Untersuchung der DNA-Spuren hält die Staatsanwaltschaft den 65-Jährigen für den Täter. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, ist der Mann vorbestraft und hat insgesamt 23 Einträge im Bundeszentralregister für Straftaten. Bis Februar 2020 sind zwölf Verhandlungstermine angesetzt.

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Nachrichten aus dem Studio Osnabrück

14.07.2020 17:00 Uhr
NDR 1 Niedersachsen

Was in Ihrer Region wichtig ist, hören Sie in den Regional-Nachrichten bei NDR 1 Niedersachsen. Hier ist der Mitschnitt der 17.00-Uhr-Sendung. Audio (10:00 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.12.2019 | 17:00 Uhr

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